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Enge Verzahnung von Theorie und Praxis


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#Wirtschaft #unternehmen #Theorie #Praxis #Wachstum #Wohlstand #FH Wedel

Bildung ist ein Motor für Wachstum und Wohlstand. Insbesondere Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen tragen zum wirtschaftlichen Erfolg einer Region bei. Sie ziehen Hochqualifizierte an und machen die Region für ihre Absolventen und Mitarbeiter als dauerhaften Arbeits- und Lebensort attraktiv. Mit der FH Wedel und der NORDAKADEMIE in Elmshorn sind zwei exzellente, mehrfach ausgezeichnete Fachhochschulen im Kreis Pinneberg ansässig.

Was macht diese Privathochschulen aus, was macht Corona mit ihnen und wie blicken sie in die Zukunft? Der WEP REPORT online wollte dies wissen von Prof. Dr. Eike Harms,
Hochschulpräsident der FH Wedel, und von Christoph Fülscher, Vorstand und Kanzler der der NORDAKADEMIE. Nachfolgend lesen Sie das Interview mit dem Vorstand der NORDAKADEMIE, das Interview mit dem Präsidenten der FH Wedel finden Sie in der Februarausgabe des WEP Report online.

Herr Fülscher, wie würden Sie die Marke NORDAKADEMIE mit ihren wichtigsten Eckpunkten beschreiben?
Die NORDAKADEMIE wurde aus der Wirtschaft heraus gegründet und hat sich dem Ziel verschrieben, die besten Kompetenzen und Nachwuchskräfte für unsere Praxispartner auszubilden. Dazu ist eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis notwendig, denn nur wenn das Erlernte gleich „On the Job“ angewendet werden kann, ergibt sich ein wesentlicher Vorteil für unsere Kooperationsunternehmen. Das ist an anderen Fachhochschulen und Universitäten, die nicht dual oder berufsbegleitend lehren, anders. Unsere Studierenden bekommen also Wissen vermittelt, das aktuell und praxisrelevant ist. Dazu legen wir an der NORDAKADEMIE großen Wert darauf, die Persönlichkeitsentwicklung unserer Studierenden zu fördern und neben reinen Faktenwissen auch Soft Skills auszuprägen, die etwa für die fachbereichsübergreifende Kommunikation und das Zusammenarbeiten in unterschiedlichen Teamstrukturen wertvoll sind.

Mit den dualen Studiengängen sind Ihre Studierenden von Beginn an nah an der Praxis und haben am Ende nicht nur einen Studienabschluss, sondern auch Praxiserfahrung in der Tasche. Ist ein solches Studienangebot für Hochschule und Student anspruchsvoller zu realisieren als ein herkömmliches Studium?
Ein duales Studium bedeutet ein straffes Programm ohne lange Semesterferien. Mit etwas Zeitmanagement und Selbstorganisation ist es für alle, die ein strukturiertes, anwendungsorientiertes Studium suchen, genau das Richtige. Zudem bietet ein duales Studium viele Vorteile. An der NORDAKADEMIE wechseln sich die Theorie- und Praxisphasen ab: 10 Wochen pro Semester wird an der Hochschule studiert und 13 Wochen pro Semester kann das Erlernte im Partnerunternehmen direkt vertieft werden. Studiert wird in kleinen, überschaubaren Gruppen. Der Austausch mit den Dozierenden, die stets ein offenes Ohr für Fragen und Probleme haben, ist so ideal gewährleistet. Überfüllte Hörsäle, in denen man keinen Platz bekommt, gibt es an der NORDAKADEMIE nicht. Außerdem können wir unseren Studierenden als private Hochschule eine optimale Lerninfrastruktur bieten: etwa eine sehr gute Laborausstattung mit User Experience Labor im Informatikbereich bis hin zu den Techniklaboren, in denen zu spannenden Themen wie Karakuri oder Cardboard Engineering gearbeitet wird.

Die NORDAKADEMIE hat inzwischen einen zweiten Standort im Hamburger Dockland - am Fischereihafen gelegen - eröffnet. Was ist Ihr Erfolgsrezept für die gute Resonanz bei Unternehmen und Studierwilligen?
Während unsere dualen Bachelorstudiengänge grundsätzlich generalistisch aufgestellt sind, um ein möglichst breites Grundlagenwissen zu vermitteln und individuelle Schwerpunkte in aktuellen und branchenspezifischen Vertiefungsmodulen zu erlauben, sind die berufsbegleitenden Masterstudiengänge für eine gezielte Vertiefung mit Spezialwissen ausgerichtet. Dabei arbeiten wir sehr erfolgreich mit unseren Partnerunternehmen und Gremien kontinuierlich an der Verbesserung unseres Studienangebotes und passen die Inhalte an die Bedarfe der Wirtschaft und des Marktes an.

Die nachweislich hohe Qualität der Studiengänge ist durch die Systemakkreditierung sichergestellt. Als erste Hochschule Deutschlands erhielt die NORDAKADEMIE diese anspruchsvolle Zertifizierung bereits zum zweiten Mal von der FIBAA, einer der renommiertesten europäischen Agenturen für Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der wissenschaftlichen Bildung. Die Experten bescheinigen der NORDAKDEMIE damit ein vorbildliches Prozess- und Qualitätsmanagementsystem, mit dem die Hochschule Studiengänge selbstständig entwickeln und langfristig auf hohem Niveau anbieten kann.

Welche Herausforderungen bringt die rasante Digitalisierung für Ihre Hochschule und die Studierenden mit sich?
Die Digitalisierung spielt an der NORDAKADEMIE eine große Rolle und ich sehe darin viele Chancen, nicht nur im Bereich der Lehre. Bevor ich als Alumnus zurück an die NORDAKADEMIE gekommen bin, war ich sowohl in diversen Konzernen als auch in der Beratung als Digitalisierungsexperte in IT- und Personal- und Organisationsbereichen leitend tätig. Daher arbeite ich als Kanzler und Vorstand der Trägergesellschaft nun daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir die Digitalisierung und Flexibilisierung der Lebens- und Arbeitswelt in unsere Lehre und unser Campusmanagement einfließen lassen. Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, die uns über Nacht dazu gezwungen hat, Lehrveranstaltungen und Hochschulprozesse weiter zu digitalisieren, wurden unsere initiierten Projekte signifikant beschleunigt.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass - wo immer die Digitalisierung von Prozessen sinnvoll ist, also die Effizienz gefördert wird - dieses weiterverfolgt werden muss. Das muss aber von Fall zu Fall konkret bewertet werden, denn wenn Sie einen schlechten Prozess digitalisieren, haben Sie am Ende viele Ressourcen investiert und nichts gewonnen, außer einem unzureichenden, digitalisierten Prozess, der niemandem weiterhilft oder Erleichterung in den konkreten Arbeitsabläufen verschafft. Die Investition muss sich am Ende, wie immer in der Wirtschaft, auszahlen und einen echten Mehrwert bieten.

Wie stellt sich die Kooperation der NORDAKADEMIE mit Wirtschaft und Wissenschaft dar?
Der enge Kontakt zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist an der NORDAKADEMIE ein zentrales Thema. Die Hochschule arbeitet mit unterschiedlichen Unternehmen und anderen Hochschulen in der anwendungsorientierten Forschung zusammen. Die Themen sind vielfältig und spannen den Bogen von Digitalisierung, E-Commerce, Compliance, computergestützter Textanalyse im CAPTA Institut bis hin zu Eignungsdiagnostik und Industrie 4.0.

Neben der gemeinsamen Ausbildung mit den Partnerunternehmen in den dualen Bachelorstudiengängen kommen auch Kooperationen in den Masterstudiengängen zum Tragen. So gehören zum Beispiel interdisziplinäre Praxisprojekte zu den besonderen Highlights im berufsbegleitenden Masterprogramm der NORDAKADEMIE. Hier haben Praxispartner die Möglichkeit, wissenschaftlich fundierte Lösungen für konkrete Problemstellungen aus dem Unternehmen von einem Studierendenteam aus unterschiedlichen Masterstudiengängen erarbeiten zu lassen. Im Programm „Jobs for Master“ bietet die NORDAKADEMIE Unternehmen die Möglichkeit, ihr Stellenangebot kombiniert mit einem der berufsbegleitenden Masterstudiengänge anzubieten. Das ist vor allem in Mangelberufen wie bei Ingenieuren und Informatikern für viele Unternehmen ein interessantes Recruiting-Modell.

Wo liegen Schnittmengen der NORDAKADEMIE und der WEP Wirtschaftsförderung, die sie gemeinsam nutzen oder nutzen können?
Als NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft profitieren wir, also unsere Partnerunternehmen, Studierenden, Alumni und Mitarbeitenden von einem starken Netzwerk und einer großen Expertise auf unseren beiden Campus, die sich in unterschiedlichen Arbeitskreisen und anwendungsorientierten Forschungsvorhaben niederschlagen. Vernetzung ist also fester Bestandteil unserer DNA. Außerdem liegt uns als gemeinnütziger Organisation natürlich daran, dazu beizutragen, den regionalen Wirtschaftsstandort zu stärken. Sie weisen auf Ihren Präsenzen ausdrücklich darauf hin, bei der Qualifizierung von Fachkräften oder bei Impulsen der zeitgemäßen Mitarbeiterführung und -gewinnung als Ansprechpartner zu unterstützen. Ich denke, dass sich gerade hier Synergien ergeben, die wir in beide Richtungen nutzen und ihm Rahmen von gemeinsamen Projekten und Programmen fördern können und sollten.

Die deutschen Hochschulen waren unterschiedlich gut auf solch ein Szenario wie die Corona-Pandemie vorbereitet. Folglich sind sie auch unterschiedlich hart getroffen worden. Wie sieht es bei der NORDAKADEMIE aus, stehen Sie schlechter, besser oder genauso wie vor der Pandemie da?
Als private Hochschule haben wir einen sehr hohen Flexibilisierungsgrad und konnten so schnell auf die neue Situation reagieren. Auch konnten wir auf bereits vor der Krise vorhandene E-Learning-Expertise in der NORDAKADEMIE zurückgreifen. Das hat sehr geholfen. Gleichwohl war und ist die Pandemiesituation eine sehr herausfordernde Zeit, die uns aber als Team sehr zusammengeschweißt hat. Wir haben viel gelernt und sind neue Wege gegangen. Die besten davon werden wir als Chance auch nach der Pandemie weiter nutzen.

Welche Corona-bedingten Herausforderungen für Lehre und Forschung konnten Sie gut meistern, wo gab es eher Probleme?
Im Zuge der Pandemiesituation haben wir die Umstellung der Präsenzlehre auf Onlineformate quasi über Nacht und ohne Unterbrechung für unsere Studierenden erfolgreich umgestellt. Hierbei wurde ein überlegenes Konzept entwickelt, das im Vergleich zu anderen Hochschulen die bewährte Lehrqualität sicherstellt. Alle Online-Lehrveranstaltungen sind live und finden in einer überschaubaren Gruppengröße statt, damit die Interaktion stets gewährleistet ist.

Die Vorlesung aus der Konserve kommt für uns nicht in Frage. Das gilt auch für Hybridlehrveranstaltungen; also Lehrveranstaltungen, die als Kombination von Präsenz und Online durchgeführt werden. Für das Hybridkonzept, das die NORDAKADEMIE im Oktober für einige Wochen im Einsatz hatte, wurden sogenannte „Meeting Owls“ angeschafft, ein intelligentes Videokonferenzsystem, das 360 Grad Audio und Video einfangen kann und so den Studierenden zu Hause einen umfassenden Live-Eindruck der Präsenzveranstaltung vermittelt.

Das Onboarding der Erstsemester geschah 2020 und Anfang 2021 ebenfalls in einem digitalen Rahmen. Mit viel Aufwand und zahlreichen Maßnahmen haben wir in Zeiten der Pandemie digitales Studieren auf ein neues Level gehoben. Neben vielen organisatorischen Dingen, die es bei der Umstellung auf Online zu lösen galt, war der Datenschutz ein wichtiges Thema. Wir haben den Datenschutzaspekt sehr genau und aufmerksam gesteuert, damit sich Lehrende und Studierende sicher fühlen bei der Nutzung der Plattform für die Onlinelehre.

Wie muss man sich den Hochschulbetrieb im Moment vorstellen? Und sind Dozenten und Studierende damit zufrieden? Sind Studentenzahlen vielleicht zurückgegangen?
Dort, wo sonst geschäftiges Treiben in Hörsälen und auf dem Campus zu sehen ist, ist es aktuell im zweiten harten Lockdown sehr ruhig geworden. Die Mehrzahl der Mitarbeitenden arbeitet im Homeoffice und die Lehre läuft online. Die Online-Formate funktionieren erfreulich gut, so das Feedback von Dozierenden und Studierenden gleichermaßen. Die Gruppenarbeit in den sogenannten Breakoutsessions laufe oft sogar effektiver als in der Präsenz.

Auf der anderen Seite ist es kognitiv sehr herausfordernd, den ganzen Tag digital zu interagieren – ich denke, das wird jeder von uns nach den zahlreichen Monaten in digitalen Meetings und Abstimmungsrunden bestätigen können. Der persönliche Kontakt zu den Studierenden fehlt schon sehr. Auf der anderen Seite schätzen die Studierenden das Engagement der Dozenten und fühlen sich mit den Online-Formaten gut abgeholt. Auch das digitale Onboarding-Konzept für die Erstsemester kam sehr gut an. Die Studierendenzahlen entwickeln sich auf einem guten Niveau.

Wird die digitale Lehre auch nach Corona eine größere Rolle spielen oder zeigt die bisherige Erfahrung, dass Präsenz eher nicht ersetzbar ist?
Wir wollen die digitalen Erfahrungen aus der Zeit der Pandemie für unsere Weiterentwicklung nutzen. Unsere DNA ist und bleibt jedoch die qualitative Präsenzlehre, die wir nach der Pandemie weiter fortsetzen wollen.

Und last but not least: Blicken Sie hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung der NORDAKADEMIE mit Zuversicht in die Nach-Corona-Zeit?
Das Team der NORDAKADEMIE fühlt sich auf die Zukunft gut vorbereitet. Durch die Krise haben wir gelernt, wie spontan, flexibel und engagiert wir sein können, wenn es darauf ankommt. Wir sind seit fast 30 Jahren erfolgreich als private Hochschule tätig und arbeiten weiter daran, diesen Erfolg auszubauen.

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22.03.2021

Enge Verzahnung von Theorie und Praxis - Vorteil für Studierende und Unternehmen

Die 1992 gegründete NORDAKADEMIE in Elmshorn gehört zu den größten privaten Hochschulen Deutschlands. Foto: Nordakademie
Bildung ist ein Motor für Wachstum und Wohlstand. Insbesondere Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen tragen zum wirtschaftlichen Erfolg einer Region bei. Sie ziehen Hochqualifizierte an und machen die Region für ihre Absolventen und Mitarbeiter als dauerhaften Arbeits- und Lebensort attraktiv. Mit der FH Wedel und der NORDAKADEMIE in Elmshorn sind zwei exzellente, mehrfach ausgezeichnete Fachhochschulen im Kreis Pinneberg ansässig.

Was macht diese Privathochschulen aus, was macht Corona mit ihnen und wie blicken sie in die Zukunft? Der WEP REPORT online wollte dies wissen von Prof. Dr. Eike Harms,
Hochschulpräsident der FH Wedel, und von Christoph Fülscher, Vorstand und Kanzler der der NORDAKADEMIE. Nachfolgend lesen Sie das Interview mit dem Vorstand der NORDAKADEMIE, das Interview mit dem Präsidenten der FH Wedel finden Sie in der Februarausgabe des WEP Report online und hier.


Christoph Fülscher, Vorstand und Kanzler der NORDAKADEMIE, sieht in einem dualen Studium viele Vorteile. Foto: Nordakademie
Herr Fülscher, wie würden Sie die Marke NORDAKADEMIE mit ihren wichtigsten Eckpunkten beschreiben?
Die NORDAKADEMIE wurde aus der Wirtschaft heraus gegründet und hat sich dem Ziel verschrieben, die besten Kompetenzen und Nachwuchskräfte für unsere Praxispartner auszubilden. Dazu ist eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis notwendig, denn nur wenn das Erlernte gleich „On the Job“ angewendet werden kann, ergibt sich ein wesentlicher Vorteil für unsere Kooperationsunternehmen. Das ist an anderen Fachhochschulen und Universitäten, die nicht dual oder berufsbegleitend lehren, anders. Unsere Studierenden bekommen also Wissen vermittelt, das aktuell und praxisrelevant ist. Dazu legen wir an der NORDAKADEMIE großen Wert darauf, die Persönlichkeitsentwicklung unserer Studierenden zu fördern und neben reinen Faktenwissen auch Soft Skills auszuprägen, die etwa für die fachbereichsübergreifende Kommunikation und das Zusammenarbeiten in unterschiedlichen Teamstrukturen wertvoll sind.

Mit den dualen Studiengängen sind Ihre Studierenden von Beginn an nah an der Praxis und haben am Ende nicht nur einen Studienabschluss, sondern auch Praxiserfahrung in der Tasche. Ist ein solches Studienangebot für Hochschule und Student anspruchsvoller zu realisieren als ein herkömmliches Studium?
Ein duales Studium bedeutet ein straffes Programm ohne lange Semesterferien. Mit etwas Zeitmanagement und Selbstorganisation ist es für alle, die ein strukturiertes, anwendungsorientiertes Studium suchen, genau das Richtige. Zudem bietet ein duales Studium viele Vorteile. An der NORDAKADEMIE wechseln sich die Theorie- und Praxisphasen ab: 10 Wochen pro Semester wird an der Hochschule studiert und 13 Wochen pro Semester kann das Erlernte im Partnerunternehmen direkt vertieft werden. Studiert wird in kleinen, überschaubaren Gruppen. Der Austausch mit den Dozierenden, die stets ein offenes Ohr für Fragen und Probleme haben, ist so ideal gewährleistet. Überfüllte Hörsäle, in denen man keinen Platz bekommt, gibt es an der NORDAKADEMIE nicht. Außerdem können wir unseren Studierenden als private Hochschule eine optimale Lerninfrastruktur bieten: etwa eine sehr gute Laborausstattung mit User Experience Labor im Informatikbereich bis hin zu den Techniklaboren, in denen zu spannenden Themen wie Karakuri oder Cardboard Engineering gearbeitet wird.

Die NORDAKADEMIE hat inzwischen einen zweiten Standort im Hamburger Dockland - am Fischereihafen gelegen - eröffnet. Was ist Ihr Erfolgsrezept für die gute Resonanz bei Unternehmen und Studierwilligen?
Während unsere dualen Bachelorstudiengänge grundsätzlich generalistisch aufgestellt sind, um ein möglichst breites Grundlagenwissen zu vermitteln und individuelle Schwerpunkte in aktuellen und branchenspezifischen Vertiefungsmodulen zu erlauben, sind die berufsbegleitenden Masterstudiengänge für eine gezielte Vertiefung mit Spezialwissen ausgerichtet. Dabei arbeiten wir sehr erfolgreich mit unseren Partnerunternehmen und Gremien kontinuierlich an der Verbesserung unseres Studienangebotes und passen die Inhalte an die Bedarfe der Wirtschaft und des Marktes an.

Die nachweislich hohe Qualität der Studiengänge ist durch die Systemakkreditierung sichergestellt. Als erste Hochschule Deutschlands erhielt die NORDAKADEMIE diese anspruchsvolle Zertifizierung bereits zum zweiten Mal von der FIBAA, einer der renommiertesten europäischen Agenturen für Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der wissenschaftlichen Bildung. Die Experten bescheinigen der NORDAKDEMIE damit ein vorbildliches Prozess- und Qualitätsmanagementsystem, mit dem die Hochschule Studiengänge selbstständig entwickeln und langfristig auf hohem Niveau anbieten kann.

Welche Herausforderungen bringt die rasante Digitalisierung für Ihre Hochschule und die Studierenden mit sich?
Die Digitalisierung spielt an der NORDAKADEMIE eine große Rolle und ich sehe darin viele Chancen, nicht nur im Bereich der Lehre. Bevor ich als Alumnus zurück an die NORDAKADEMIE gekommen bin, war ich sowohl in diversen Konzernen als auch in der Beratung als Digitalisierungsexperte in IT- und Personal- und Organisationsbereichen leitend tätig. Daher arbeite ich als Kanzler und Vorstand der Trägergesellschaft nun daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir die Digitalisierung und Flexibilisierung der Lebens- und Arbeitswelt in unsere Lehre und unser Campusmanagement einfließen lassen. Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, die uns über Nacht dazu gezwungen hat, Lehrveranstaltungen und Hochschulprozesse weiter zu digitalisieren, wurden unsere initiierten Projekte signifikant beschleunigt.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass - wo immer die Digitalisierung von Prozessen sinnvoll ist, also die Effizienz gefördert wird - dieses weiterverfolgt werden muss. Das muss aber von Fall zu Fall konkret bewertet werden, denn wenn Sie einen schlechten Prozess digitalisieren, haben Sie am Ende viele Ressourcen investiert und nichts gewonnen, außer einem unzureichenden, digitalisierten Prozess, der niemandem weiterhilft oder Erleichterung in den konkreten Arbeitsabläufen verschafft. Die Investition muss sich am Ende, wie immer in der Wirtschaft, auszahlen und einen echten Mehrwert bieten.

Wie stellt sich die Kooperation der NORDAKADEMIE mit Wirtschaft und Wissenschaft dar?
Der enge Kontakt zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist an der NORDAKADEMIE ein zentrales Thema. Die Hochschule arbeitet mit unterschiedlichen Unternehmen und anderen Hochschulen in der anwendungsorientierten Forschung zusammen. Die Themen sind vielfältig und spannen den Bogen von Digitalisierung, E-Commerce, Compliance, computergestützter Textanalyse im CAPTA Institut bis hin zu Eignungsdiagnostik und Industrie 4.0.

Neben der gemeinsamen Ausbildung mit den Partnerunternehmen in den dualen Bachelorstudiengängen kommen auch Kooperationen in den Masterstudiengängen zum Tragen. So gehören zum Beispiel interdisziplinäre Praxisprojekte zu den besonderen Highlights im berufsbegleitenden Masterprogramm der NORDAKADEMIE. Hier haben Praxispartner die Möglichkeit, wissenschaftlich fundierte Lösungen für konkrete Problemstellungen aus dem Unternehmen von einem Studierendenteam aus unterschiedlichen Masterstudiengängen erarbeiten zu lassen. Im Programm „Jobs for Master“ bietet die NORDAKADEMIE Unternehmen die Möglichkeit, ihr Stellenangebot kombiniert mit einem der berufsbegleitenden Masterstudiengänge anzubieten. Das ist vor allem in Mangelberufen wie bei Ingenieuren und Informatikern für viele Unternehmen ein interessantes Recruiting-Modell.

Wo liegen Schnittmengen der NORDAKADEMIE und der WEP Wirtschaftsförderung, die sie gemeinsam nutzen oder nutzen können?
Als NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft profitieren wir, also unsere Partnerunternehmen, Studierenden, Alumni und Mitarbeitenden von einem starken Netzwerk und einer großen Expertise auf unseren beiden Campus, die sich in unterschiedlichen Arbeitskreisen und anwendungsorientierten Forschungsvorhaben niederschlagen. Vernetzung ist also fester Bestandteil unserer DNA. Außerdem liegt uns als gemeinnütziger Organisation natürlich daran, dazu beizutragen, den regionalen Wirtschaftsstandort zu stärken. Sie weisen auf Ihren Präsenzen ausdrücklich darauf hin, bei der Qualifizierung von Fachkräften oder bei Impulsen der zeitgemäßen Mitarbeiterführung und -gewinnung als Ansprechpartner zu unterstützen. Ich denke, dass sich gerade hier Synergien ergeben, die wir in beide Richtungen nutzen und ihm Rahmen von gemeinsamen Projekten und Programmen fördern können und sollten.

Die deutschen Hochschulen waren unterschiedlich gut auf solch ein Szenario wie die Corona-Pandemie vorbereitet. Folglich sind sie auch unterschiedlich hart getroffen worden. Wie sieht es bei der NORDAKADEMIE aus, stehen Sie schlechter, besser oder genauso wie vor der Pandemie da?
Als private Hochschule haben wir einen sehr hohen Flexibilisierungsgrad und konnten so schnell auf die neue Situation reagieren. Auch konnten wir auf bereits vor der Krise vorhandene E-Learning-Expertise in der NORDAKADEMIE zurückgreifen. Das hat sehr geholfen. Gleichwohl war und ist die Pandemiesituation eine sehr herausfordernde Zeit, die uns aber als Team sehr zusammengeschweißt hat. Wir haben viel gelernt und sind neue Wege gegangen. Die besten davon werden wir als Chance auch nach der Pandemie weiter nutzen.

Welche Corona-bedingten Herausforderungen für Lehre und Forschung konnten Sie gut meistern, wo gab es eher Probleme?
Im Zuge der Pandemiesituation haben wir die Umstellung der Präsenzlehre auf Onlineformate quasi über Nacht und ohne Unterbrechung für unsere Studierenden erfolgreich umgestellt. Hierbei wurde ein überlegenes Konzept entwickelt, das im Vergleich zu anderen Hochschulen die bewährte Lehrqualität sicherstellt. Alle Online-Lehrveranstaltungen sind live und finden in einer überschaubaren Gruppengröße statt, damit die Interaktion stets gewährleistet ist.

Die Vorlesung aus der Konserve kommt für uns nicht in Frage. Das gilt auch für Hybridlehrveranstaltungen; also Lehrveranstaltungen, die als Kombination von Präsenz und Online durchgeführt werden. Für das Hybridkonzept, das die NORDAKADEMIE im Oktober für einige Wochen im Einsatz hatte, wurden sogenannte „Meeting Owls“ angeschafft, ein intelligentes Videokonferenzsystem, das 360 Grad Audio und Video einfangen kann und so den Studierenden zu Hause einen umfassenden Live-Eindruck der Präsenzveranstaltung vermittelt.

Das Onboarding der Erstsemester geschah 2020 und Anfang 2021 ebenfalls in einem digitalen Rahmen. Mit viel Aufwand und zahlreichen Maßnahmen haben wir in Zeiten der Pandemie digitales Studieren auf ein neues Level gehoben. Neben vielen organisatorischen Dingen, die es bei der Umstellung auf Online zu lösen galt, war der Datenschutz ein wichtiges Thema. Wir haben den Datenschutzaspekt sehr genau und aufmerksam gesteuert, damit sich Lehrende und Studierende sicher fühlen bei der Nutzung der Plattform für die Onlinelehre.

Wie muss man sich den Hochschulbetrieb im Moment vorstellen? Und sind Dozenten und Studierende damit zufrieden? Sind Studentenzahlen vielleicht zurückgegangen?
Dort, wo sonst geschäftiges Treiben in Hörsälen und auf dem Campus zu sehen ist, ist es aktuell im zweiten harten Lockdown sehr ruhig geworden. Die Mehrzahl der Mitarbeitenden arbeitet im Homeoffice und die Lehre läuft online. Die Online-Formate funktionieren erfreulich gut, so das Feedback von Dozierenden und Studierenden gleichermaßen. Die Gruppenarbeit in den sogenannten Breakoutsessions laufe oft sogar effektiver als in der Präsenz.

Auf der anderen Seite ist es kognitiv sehr herausfordernd, den ganzen Tag digital zu interagieren – ich denke, das wird jeder von uns nach den zahlreichen Monaten in digitalen Meetings und Abstimmungsrunden bestätigen können. Der persönliche Kontakt zu den Studierenden fehlt schon sehr. Auf der anderen Seite schätzen die Studierenden das Engagement der Dozenten und fühlen sich mit den Online-Formaten gut abgeholt. Auch das digitale Onboarding-Konzept für die Erstsemester kam sehr gut an. Die Studierendenzahlen entwickeln sich auf einem guten Niveau.

Wird die digitale Lehre auch nach Corona eine größere Rolle spielen oder zeigt die bisherige Erfahrung, dass Präsenz eher nicht ersetzbar ist?
Wir wollen die digitalen Erfahrungen aus der Zeit der Pandemie für unsere Weiterentwicklung nutzen. Unsere DNA ist und bleibt jedoch die qualitative Präsenzlehre, die wir nach der Pandemie weiter fortsetzen wollen.

Und last but not least: Blicken Sie hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung der NORDAKADEMIE mit Zuversicht in die Nach-Corona-Zeit?
Das Team der NORDAKADEMIE fühlt sich auf die Zukunft gut vorbereitet. Durch die Krise haben wir gelernt, wie spontan, flexibel und engagiert wir sein können, wenn es darauf ankommt. Wir sind seit fast 30 Jahren erfolgreich als private Hochschule tätig und arbeiten weiter daran, diesen Erfolg auszubauen.


Vor knapp acht Jahren eröffnete die NORDAKADEMIE ihre Graduate School im Hamburger Dockland. Foto: Nordakademie
Profil der NORDAKADEMIE

Mit über 2.500 Studierenden zählt die 1992 gegründete NORDAKADEMIE zu den größten privaten Hochschulen mit Präsenzlehre in Deutschland. Der Vorteil liegt in der engen Verzahnung von Theorie und Praxis.

Mit der vor den Toren Hamburgs liegenden Privathochschule in Elmshorn haben bereits über 800 Unternehmen aller Branchen kooperiert. Die Hochschule der Wirtschaft bietet sechs duale Bachelorstudiengänge an. Wenn es um Qualität geht, hat die NORDAKADEMIE eine Vorreiterrolle: Seit März 2012 ist sie eine der wenigen Hochschulen in Deutschland, die vom Akkreditierungsrat das Siegel der Systemakkreditierung erhalten hat und 2018 als erste Hochschule Deutschlands system-reakkreditiert wurde.

Im Oktober 2013 wurde die Graduate School im Hamburger Dockland eröffnet. Hier werden der englischsprachige Bachelorstudiengang International Business, berufsbegleitend organisierte Masterstudiengänge, Weiterbildungsmodule und Zertifikatskurse sowie ein berufsbegleitendes Promotionsprogramm angeboten.

Trägerin der Hochschule ist eine gemeinnützige Aktiengesellschaft, an der rund 40 Kooperationsunternehmen sowie der Arbeitgeberverband NORDMETALL beteiligt sind.

Weitere Information
www.nordakademie.de

Foto: Die 1992 gegründete NORDAKADEMIE in Elmshorn gehört zu den größten privaten Hochschulen Deutschlands. Foto: Nordakademie