Hamburger Unternehmen sind bei ihren Investitionen im Ausland weiter vorsichtig, das zeigt eine Auswertung der Handelskammer im Rahmen ihrer regelmäßigen Konjunkturbefragung. 55 Prozent der Befragten rechnen mit etwa gleichbleibenden Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr, was darauf hindeutet, dass zukunftsweisende Entscheidungen aufgrund geopolitischer Veränderungen nach hinten verschoben werden. Gleichzeitig stellen die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland Betriebe vor große Herausforderungen.

Richtungsweisend sind die veränderten Motive für Auslandsinvestitionen. Vertrieb und Kundennähe bleiben zwar der wichtigste Grund, stark zugelegt hat jedoch die Produktionsverlagerung zwecks Kostenersparnis. Sie liegt 2026 auf Platz zwei.

„Die Gefahr schleichender Abwanderung von Produktion bleibt akut“, warnt Dr. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg. „Sie wird ausgelöst durch hohe Energie- und Arbeitskosten, teure Bürokratielasten sowie fehlende Planungssicherheit in Deutschland und Europa. Dass die Eurozone trotzdem mit großem Abstand die wichtigste Zielregion für Auslandsinvestitionen bleibt, ist auch vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheiten und der aktuellen US-Zollpolitik eine klare Botschaft: Die geschlossene Antwort Europas hierauf muss eine Stärkung des EU-Binnenmarktes sein, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft muss absolute Priorität des politischen Handelns bekommen.“

68,1% der Befragten Unternehmen nannten die Eurozone als Zielregion für Investitionen. Asien-Pazifik (ohne China) bleibt mit 25,3% auf Platz zwei. China gewinnt deutlich an Bedeutung (23,1%) und rückt von Platz sechs auf Platz drei vor, knapp dahinter folgt Nordamerika (22,7%).

Methodik: Im Rahmen der Konjunkturumfrage der Handelskammer zum Ende des IV. Quartals 2025 (Befragungszeitraum: 11. Dezember 2025 bis zum 12. Januar 2026) liegen neben insgesamt 601 Unternehmensmeldungen zwischen 96 und 435 Antworten zu Sonderfragen zum Thema „Auslandsinvestitionen Hamburger Unternehmen“ vor. Das dargestellte Gesamtbild für die Hamburger Wirtschaft ergibt sich aus den nach Unternehmensgrößen gewichteten Stimmen verschiedener Wirtschaftszweige.