Hamburg-Altona. Am 25. August 2026 hat der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg Altona-Nord als neues Fördergebiet im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) festgelegt. Damit fällt der Startschuss für eine nachhaltige Gebietsentwicklung, mit der Altona-Nord als lebendiges stabiles Quartier gefördert und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden soll. Grundlage für die Festlegung ist eine umfassende Problem- und Potenzialanalyse im Auftrag des Bezirksamts Altona in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen.
Karen Pein, Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen: „Altona-Nord lebt von seiner Vielfalt und dem Engagement der Menschen, die hier zuhause sind. Mit der Festlegung als RISE-Fördergebiet im Programm Sozialer Zusammenhalt setzen wir ein klares Zeichen: Wir investieren gezielt in eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung. Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern wollen wir öffentliche Räume attraktiver gestalten, Treffpunkte für Alt und Jung schaffen und damit die Lebensqualität für alle verbessern. Dabei können wir auf die besonderen Stärken im Quartier Altona-Nord aufbauen mit seiner vielfältigen Bewohnerschaft, seinen gut vernetzten Nachbarschaften und seinen gewachsenen sozialen Strukturen.“
Dr. Sebastian Kloth, Bezirksamtsleiter Altona: „Altona-Nord befindet sich im Spannungsfeld dynamischer Entwicklungen: Während westlich mit dem künftigen Fernbahnhof Diebsteich, dem Holstenquartier und dem zweiten Bauabschnitt der Mitte Altona neue Infrastrukturen und tausende neue Wohnungen entstehen sollen, grenzen östlich die lebendigen Stadtteile Sternschanze und Eimsbüttel an. Dazwischen liegt Altona-Nord – ein vielfältiges Quartier mit einer aktiven Kulturszene und einer engagierten Nachbarschaft, das aber auch vor sozialen und städtebaulichen Herausforderungen steht. Die RISE-Förderung ist eine enorme Chance, das Gebiet gemeinsam mit den Menschen vor Ort aufzuwerten und es in die großen Entwicklungsprozesse einzubinden. Wir wollen, dass Altona-Nord ein attraktives und lebenswertes Quartier für alle ist.“
Das neue RISE-Fördergebiet Altona-Nord ist 87,7 Hektar groß und liegt zentral im Stadtgebiet der Freien und Hansestadt Hamburg. Es umfasst den nordöstlichen Teil des Stadtteils Altona-Nord, das Helenenviertel sowie einen kleinen Teil von Altona-Altstadt rund um den Holstenplatz. Insbesondere hier sollen im Rahmen der RISE-Gebietsentwicklung verschiedene Maßnahmen bei der Entschärfung vorhandener Nutzungskonflikte unterstützen.
Die Festlegung von Altona-Nord als RISE-Fördergebiet Programm Sozialer Zusammenhalt beruht auf einer umfassenden Problem- und Potenzialanalyse, die im Auftrag des Bezirksamts und in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen erstellt wurde. Es zeigt sich, dass die hohe bauliche Dichte, die Vielfalt an öffentlichen und privaten Nutzungen sowie die zentrale Lage Altona-Nord zu einem attraktiven Quartier machen. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass eine gezielte Unterstützung und koordinierte Entwicklung notwendig sind – insbesondere im Hinblick auf die Qualität des öffentlichen Raums und die soziale Infrastruktur. Trotz bestehender sozialer Herausforderungen zeichnet sich das Quartier durch eine ausgeprägte Diversität und ein dynamisches, urbanes Milieu aus. Besonders hervorzuheben sind die vielen ehrenamtlich getragenen Strukturen, die einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilisierung des Gebiets leisten.
Das Bezirksamt Altona übernimmt die weitere Koordinierung der Gebietsentwicklung im Fördergebiet und wird dabei durch ein externes Gebietsentwicklungsbüro unterstützt. Um die Bewohnerinnen und Bewohner sowie weitere lokale Akteurinnen und Akteure an dem Prozess zu beteiligen, werden ein Stadtteilbüro und ein Verfügungsfonds eingerichtet. Das bereits bestehende Stadtteilforum Altona-Nord soll gestärkt und durch eine höhere Tagungsfrequenz zum Stadtteilbeirat weiterentwickelt werden.
Die Kosten der Gebietsentwicklung werden mit den Planungen der einzelnen Projekte Jahr für Jahr konkretisiert. Bisher stehen Kosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro fest. Darin sind die Kosten für das Gebietsentwicklungsbüro, die Beteiligung und für die ersten umsetzungsreifen Projekte enthalten. Dazu gehört etwa die Umgestaltung des Außengeländes des Jugendcafés Altona-Nord. Die Finanzierung erfolgt anteilig mit 2,8 Millionen Euro aus RISE-Mitteln. Weitere Mittel geben die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation und das Bezirksamt Altona.
Zentrale Herausforderungen für die RISE-Gebietsentwicklung im neuen Fördergebiet sind:
- Vor dem Hintergrund der hohen Wohndichte ist die Aufwertung öffentlicher Räume mit hoher Aufenthaltsqualität und quartiersbezogener Klimarelevanz von besonderer Bedeutung.
- Die soziale, bildungsrelevante, kulturelle, sportliche und freizeitbezogene Infrastruktur ist teilweise in die Jahre gekommen. Es bedarf einer Modernisierung und Anpassung an die aktuellen und künftigen Bedarfe der Menschen vor Ort.
- Im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung steht Altona-Nord vor vielfältigen Herausforderungen. Die Energieeffizienz der Gebäude ist verbesserungsbedürftig und es braucht Maßnahmen für Entsiegelung, Hitzeschutz und die Stärkung grüner und blauer Infrastruktur.
- Das Fuß- und Radwegenetz ist fragmentiert und nicht barrierefrei. Teilweise ist die Verkehrssicherheit für Kinder und andere vulnerable Gruppen nicht ausreichend gegeben.
- Um den sozialen Zusammenhalt zu stärken, sollen Teilhabe und Nachbarschaft durch neue Begegnungsorte und niedrigschwellige Beratungs- und Hilfsangebote unterstützt werden.
- In Altona-Nord ist Einsamkeit auch ein wichtiges Thema – insbesondere für gefährdete Personengruppen wie ältere Menschen, Jugendliche, Alleinerziehende oder Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung. Das soll im Rahmen der Gebietsentwicklung angegangen werden.
