Im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, haben die Bündnispartner aus Senat, Wohnungswirtschaft und Hamburger Bezirken am heutigen Mittwoch im Rathaus die Vereinbarung für die laufende 23. Legislaturperiode unterzeichnet, um die erfolgreiche Arbeit der zurückliegenden 15 Jahre fortzuführen. Für die Bündnispartner steht weiterhin an erster Stelle, die Hamburger Wohnbevölkerung mit bezahlbarem und lebenswertem Wohnraum zu versorgen. Neben dem Wohnungsneubau wird aber auch der Bestandsumbau in der laufenden Legislatur eine zentrale Rolle spielen.

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat das Bündnis für das Wohnen gezeigt, was erreicht werden kann, wenn Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft an einem Strang ziehen. In den vergangenen 15 Jahren wurden in Hamburg rund 145.000 Wohnungen genehmigt und über 110.000 neue Wohnungen fertiggestellt, davon allein über 30.000 neue Sozialwohnungen. Auch die im Metropolenvergleich moderate Durchschnittsmiete von 9,11 Euro pro Quadratmeter, welche die aktuelle Hamburger Mietenstudie ausweist, zeigt, dass die kooperative Wohnungsbaupolitik des Bündnisses erfolgreich ist und die Situation des Hamburger Wohnungsmarktes trotz anhaltender Krisenlagen positiv beeinflusst.

Der erfolgreiche gemeinsame Weg wird mit der Unterzeichnung in den kommenden vier Jahren fortgesetzt. Der Wohnungsneubau bleibt für das Bündnis eine zentrale Maßnahme, um den Wohnungsmarkt zu entlasten. Mit der Novellierung der Hamburgischen Bauordnung, der Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens, dem Hamburg-Standard sowie der sozialen Wohnraumförderung wurden in der letzten Legislatur die Weichen gestellt, um günstiger und schneller bauen zu können. Auch auf Bundesebene wurden mit der Novellierung des Baugesetzbuches (Bauturbo) und einer Förderung für den Bauüberhang unterstützende Rahmenbedingungen geschaffen, die es nun zu nutzen gilt.

Neben dem Wohnungsneubau wird in der laufenden Legislatur ein besonderer Fokus auf dem Bestandsumbau liegen. Das Ziel, den Wohngebäudebestand möglichst schnell und sozialverträglich klimaneutral umzubauen, nimmt für die Bündnispartner eine besondere Bedeutung ein. Die Bündnispartner sind sich dabei einig, den bereits begonnenen Weg zur Umsetzung der Machbarkeitsstudie fortzusetzen. Die Priorität wird weiterhin darauf liegen, schnellstmöglich die Wärmeversorgung der Wohngebäude auf erneuerbare Energien umzustellen und den Energieverbrauch durch maßvolle energetische Sanierung zu reduzieren. Ähnlich dem Vorgehen zur Reduzierung der Neubaukosten im Hamburg-Standard wollen die Bündnispartner auch gemeinsam prüfen, wie Modernisierungs- und Betriebskosten gesenkt werden können.

Bestandsentwicklung bedeutet aber auch weiterhin soziale Quartiersentwicklung, behutsame und zielgruppengerechte Nachverdichtung sowie der altengerechte Umbau unserer Quartiere.

Zusammen weiter für Hamburg die Zukunft gestalten – dafür steht das Bündnis für das Wohnen in Hamburg.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister: „Die Hamburger Wohnungsbaupolitik ist ein Erfolgsmodell und gilt mit dem Bündnis für das Wohnen deutschlandweit als Vorbild. Seit 2011 wurden in Hamburg über 100.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Die Zahl der Baugenehmigungen steigt trotz Baukrise wieder. 2025 wurden über 6.500 Wohnungen genehmigt. Dies beruht auf einer guten Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft im Bündnis für das Wohnen, das wir heute erneuert haben. Neben dem Bau guter und bezahlbarer Wohnungen hat sich das Bündnis zum Ziel gesetzt, zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Stadtentwicklung beizutragen. Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Bündnispartnern und hoffe, dass wir gemeinsam den Wohnungsbau trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiter voranbringen können.“

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Das Bündnis für das Wohnen ist eine Partnerschaft, auf die Hamburg wahrlich stolz sein kann und die auf eine einzigartige Erfolgsgeschichte zurückblickt. Gerade in den anhaltenden Krisenzeiten gelingt es uns hier, mit Hamburgs Politik, Verwaltung und Privatwirtschaft gemeinsam die Herausforderungen im Wohnungsmarkt anzugehen. Wir wollen zusammen eine Kultur des Ermöglichens leben, denn die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum bleibt hoch. Daher ist der Neubau für alle Bündnispartner weiterhin der zentrale Schlüssel. Die Stadt Hamburg ermöglicht schon jetzt durch zielgerichtete Maßnahmen etwa zur Erleichterung von Dachgeschossausbauten und Aufstockungen sowie zur Senkung von Baukosten und zur Verfahrensbeschleunigung eine positive Entwicklung. Ich freue mich daher insbesondere, dass sich das Bündnis ausdrücklich zum Hamburg-Standard bekennt, ihn für den Bestand weiterentwickeln und bei möglichst vielen Bauvorhaben umsetzen will. Ich bin überzeugt von der gemeinsamen Kraft, die auch in Zukunft vom Bündnis auf den Hamburger Wohnungsmarkt ausgehen wird.“

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Das Bekenntnis zu unseren Klimazielen zeigt, dass die Wohnungswirtschaft und der Hamburger Senat hier an einem Strang ziehen. Während auf Bundesebene beim Klimaschutz auf die Bremse getreten wird, machen wir in Hamburg die Dekarbonisierung zur politischen Priorität. Wir bringen die klimaneutrale Wärme- und Energieversorgung mit Hochdruck voran. Unser stärkster Hebel ist der zügige Ausbau der Strom- und Fernwärmenetze, flankiert von der Wärmepumpe. Gleichzeitig müssen wir anders bauen, um mit mehr Grün und wetterfesten Gebäuden den Folgen des Klimawandels zu trotzen. Bei all dem bleibt die Sozialverträglichkeit unser A und O: Denn in einer Mieterstadt wie Hamburg funktioniert echter Klimaschutz nur sozial gerecht.“

Melanie Schlotzhauer, Senatorin für Gesundheit, Soziales und Integration: „Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen ist Sicherheit, Stabilität und gesellschaftliche Teilhabe. Damit Hamburg eine Stadt für alle bleibt, brauchen wir ausreichend bezahlbaren Wohnraum – besonders für Menschen, die es auf dem Wohnungsmarkt schwer haben. Das Bündnis für das Wohnen schafft dafür die Grundlage. So verbinden wir Wohnungsbau mit sozialer Verantwortung.“

Dr. Andreas Dressel, Senator der Finanzbehörde: „Dass in dieser herausfordernden Zeit das Bündnis für das Wohnen verlängert und auch neu begründet wird, ist ein Wert an sich und Zeichen der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Senat, Bezirken und Wohnungswirtschaft. Gemeinsam finden wir immer Lösungen: Bei der Weiterentwicklung der Bodenpolitik konnten wir gemeinsam erreichen, das Erbbaurecht attraktiver zu machen und auch Ausnahmen für Verkäufe zu erörtern. Die Bezirke haben die Planungshoheit in unserer Stadt und sie verpflichten sich mit dem Bündnis auch, ihren Beitrag zur Zielerreichung beim Wohnungsneubau zu leisten. Hier muss auch die Bezirkspolitik mit am selben Strang in dieselbe Richtung ziehen. Im steuerlichen Bereich gilt es weiter, für gute Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau zu streiten. Wir wollen auf Bundesebene weiter erreichen, eine Öffnungsklausel bei der Grunderwerbsteuer für die Länder zu implementieren – für eine abgesenkte Grunderwerb-steuer für den familiären Ersterwerb, für Sozialwohnungen und beim Erbbaurecht. Dafür setzen wir uns auf Bundesebene weiter ein.“

Cornelia Schmidt-Hoffmann, Leiterin des Bezirksamts Bergedorf: „Wohnungsbau bleibt eine anspruchsvolle Aufgabe, gerade in bereits dicht bebauten Stadtteilen mit begrenzten Flächen. Die Bezirke schaffen dafür die Voraussetzungen: Wir entwickeln Planrecht, steuern die städtebauliche Qualität und erteilen die Genehmigungen. Im Bündnis arbeiten wir frühzeitig und verbindlich mit der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zusammen. Diese enge Abstimmung gibt Planungssicherheit und hilft, gute Lösungen schneller umzusetzen. Wir sind zuversichtlich, dass so auch künftig bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird und sich gleichzeitig lebenswerte Quartiere für Hamburg entwickeln.“

Andreas Breitner, Verbandsdirektor des Verbands der Norddeutschen Wohnungsunternehmen (VNW): „Der Hamburger Weg in der Wohnungspolitik ist ein enger Dialog aller Verantwortlichen. Wer in der Hansestadt in Steine investieren will, wird nicht wie ein Renditehai geächtet, sondern auf Augenhöhe als Vertragspartner wahrgenommen. Das ist ein kaufmännisch-hanseatischer Umgang, der sich auch im neuen Bündnis widerspiegelt. Dialog überdeckt aber keine Konflikte, sondern ordnet sie ein. Erbbaurecht, Grundstücksverfügbarkeiten, Baukosten, Klimaneutralität, Mietrecht, viele Themen mit Konfliktpotential, die im Bündnis im Konsens zu Kompromissen entwickelt werden. Das ist der Wert unserer Vertragsunterschriften.“

Kay Brahmst, Vorstandsvorsitzender des Landesverbands Nord des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW): „Das Bündnis für das Wohnen ist weiterhin ein bundesweites Vorbild für erfolgreiche Wohnungsbaupolitik. Es schafft den Rahmen, um gemeinsam gute Ergebnisse für den Hamburger Wohnungsmarkt zu erreichen. Wichtig ist dabei das klare Bekenntnis zum Bau aller Wohnungsarten, also neben geförderten Wohnungen auch frei finanzierte Mietwohnungen und Wohneigentum. Hierfür sollen in großen Stadtentwicklungsgebieten wieder Grundstücke der FHH zum Verkauf angeboten werden – eine richtige Entscheidung für eine ausgewogene Stadtentwicklung unter Beibehaltung des Hamburger Drittelmixes. Auch die bedeutenden Vereinbarungen zum vereinfachten Bauen, zu sinnvoller Bestandssanierung und zu pragmatischem Klimaschutz bieten eine echte Chance, die vielfältigen Herausforderungen im Wohnungsmarkt zu lösen.“

Carl-Christian Franzen, stellvertretender Vorsitzender des IVD Nord in Hamburg: „Die Fortsetzung des ‚Bündnisses für das Wohnen in Hamburg‘ steht für Verlässlichkeit auch in herausfordernden Zeiten. Entscheidend für uns ist nun, den Blick verstärkt auf den Bestand zu richten und das erhebliche Wohnraumpotenzial bei privaten Mehrfamilienhausbesitzern konsequent zu nutzen. Dachgeschossausbauten und Aufstockungen ermöglichen zusätzlichen Wohnraum genau dort, wo Infrastruktur, Nahversorgung und öffentlicher Nahverkehr bereits vorhanden sind. Der Bündnisvertrag setzt einen Schwerpunkt auf die Innenentwicklung und mit dem Abbau von Hürden bei Aufstockungen die richtigen Impulse. In der Praxis stehen private Eigentümer häufig vor baurechtlichen Unsicherheiten, komplexen Verfahren und wirtschaftlichen Risiken. Wenn nun Beratung, Genehmigungspraxis und Förderinstrumente gezielt auf diese Eigentümergruppe ausgerichtet werden, kann im Bestand kurzfristig zusätzlicher Wohnraum entstehen. Private Mehrfamilienhausbesitzer sind ein zentrales Fundament des Hamburger Mietwohnungsmarktes. Sie investieren langfristig, mit hoher Standortbindung und Verantwortung für ihre Quartiere. Verlässliche Rahmenbedingungen, praktikable Standards wie der Hamburg-Standard und eine klare Kultur des Ermöglichens sind entscheidend, um diese Investitionen zu aktivieren. Jede realisierte Aufstockung und jeder Dachausbau schafft Wohnraum ohne neue Baugebiete, ohne zusätzliche Erschließungskosten und im Einklang mit Klimazielen und wirtschaftlicher Tragfähigkeit.“

Torsten Flomm, Vorsitzender des Grundeigentümer-Verbands Hamburg von 1832 e. V.: „Das Bündnis für das Wohnen versucht, neue Wege zu gehen, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Im Wohnungsneubau mit dem Hamburg-Standard und beim Klimaschutz mit dem Paradigmenwechsel hin zur Beheizung der Wohnungen als neuem Schwerpunkt anstelle der Gebäudedämmung. Wenn wir damit in Hamburg Erfolg haben, bleiben wir Vorbild für den Bund. Und davon profitieren nicht nur die großen Unternehmen, sondern auch die vielen privaten Vermieter.“

Dr. Thomas Krebs, Vorstandssprecher der SAGA: „Die kooperative Wohnungspolitik des Bündnisses für das Wohnen hat sich in der Vergangenheit bewährt und bundesweit Beachtung gefunden. Gerade mit Blick auf die derzeitige Marktlage und die Herausforderung, unter erschwerten Rahmenbedingungen den Bau dringend benötigter bezahlbarer Wohnungen zu forcieren und gleichermaßen die Erreichung der Hamburger Klimaschutzziele nachhaltig abzusichern, ist ein kooperatives Miteinander der Marktpartner unabdingbar. Auch ist das Bündnis nun bestrebt, im Bereich Klimaschutz innovative Lösungswege wie den bilanziellen Flottenverbrauchs- und Quartiersansatz zu forcieren, um so die Erreichung des CO2-Zielpfads zu beschleunigen und zusätzlich sozialverträglich abzusichern.“