Hamburg. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, kommt internationalen Studierenden der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer eine große Bedeutung zu. Im „CareerNetwork Hamburg“ arbeiten die Universität Hamburg, die TU Hamburg und die HAW Hamburg aktiv mit Behörden und Wirtschaft zusammen, um den Weg der Studierenden auf den Arbeitsmarkt zu gestalten. Nun hat der Stifterverband das Konzept der Hochschulen „HamburgerCareer Network“ als „Leuchtturm MINTernational Nord“ ausgezeichnet.

Hamburg ist ein attraktiver Studienort für viele internationale Studierende. Insbesondere in den sogenannten MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die Hochschulen der Hansestadt wirken mit verschiedenen Programmen bereits seit Jahren darauf hin, ihre Absolventinnen und Absolventen für den norddeutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Mit dem „CareerNetwork Hamburg“ werden diese Initiativen nun noch zielgenauer ausgerichtet.

In der Förderlinie „Leuchtturm MINTernational“ des Stifterverbandes konnte sich das „HamburgerCareer Network“-Konzept gegen zahlreiche andere Projekte durchsetzen und wurde als Modellvorhaben für die Region Nord ausgewählt. Die Förderung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro sowie einer ideellen Begleitung durch den Stifterverband sowie seine Partnereinrichtungen verbunden.

Bereits während der gemeinsamen Antragserstellung haben die Universität Hamburg, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) und die Technische Universität Hamburg ihre besondere Kollaborationskompetenz unter Beweis gestellt. Das Netzwerk der drei großen staatlichen Hochschulen erarbeitete gemeinsam mit der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung und dem internationalen Halbleiterhersteller NXP den Antrag, der von der Universität Hamburg eingereicht wurde. Zusammen mit acht weiteren Einrichtungen und Unternehmen wird das „CareerNetwork Hamburg“ Maßnahmen entwickeln und umsetzen, die internationale Studierende schon während ihrer Zeit an den Hochschulen mit der Wirtschaft in Kontakt bringen und sie so langfristig für Hamburg gewinnen. 

Konkret wird im ersten Schritt eine zweisprachige Landingpage entwickelt, die die verschiedenen Phasen des Arbeitsmarkteinstiegs abbildet und einen Überblick über das gesamte Angebot des regionalen Netzwerkes bietet. Denn die zentrale Herausforderung liegt aktuell nicht im Fehlen von Maßnahmen, sondern darin, dass sie an verschiedenen Stellen dargestellt werden und so nicht gut sichtbar und auffindbar sind. Ergänzt wird der neue Zugang durch einen mehrsprachigen KI-Buddy, der den Nutzenden in 120 Sprachen interaktive Beratung bietet und sie diversitätssensibel und individuell auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt begleitet.

„Internationale MINT-Studierende bringen wertvolle Kompetenzen und Perspektiven mit, die wir stärker für Hamburg gewinnen möchten“, so Prof. Dr. Axel Wagenitz, Vizepräsident für Forschung und Transfer der HAW Hamburg. „Mit dem ‚CareerNetwork Hamburg‘ bündeln wir die Stärken der Hochschulen und unserer Partner und schaffen einen zentralen, mehrsprachigen Zugang zu Beratung und Angeboten für den Berufseinstieg. Die HAW Hamburg bringt dabei mit dem KI-Buddy ein innovatives digitales Beratungsangebot ein, das internationale Studierende individuell und kompetenzorientiert auf ihrem Weg in den Hamburger Arbeitsmarkt unterstützt. So leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion Hamburg.“

Der Stifterverband würdigte insbesondere die überzeugende Gesamtstrategie, die auf bereits bestehenden Projekten und Angeboten aufbaut, die enge Verzahnung der beteiligten Partner sowie das hohe Potenzial des Ansatzes, um nachhaltig zu wirken und vor allem auch auf andere Regionen übertragen zu werden.

In der Förderinitiative „Leuchttürme MINTernational“ wählen die Landeskuratorien des Stifterverbandes jeweils sogenannte Modell-Regionen aus Hochschulen, Unternehmen, Politik und Behörden aus, die das Ziel haben, die Arbeitsmarktintegration internationaler MINT-Studierender zu verbessern. Gefördert wird das Programm unter anderem von der GEA Foundation, der Fritz Henkel Stiftung sowie der Mitteldeutschen Stiftung Wissenschaft und Bildung.