Hamburg. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) hat die Flächenbilanz für 2025 vorgestellt. Auch im vergangenen Jahr hat die Stadt mehr Flächen dazugewonnen als abgegeben und damit ihre Ziele für eine nachhaltige Stadtentwicklung erneut erreicht.

Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) hat die Flächenbilanz für 2025 vorgestellt. Auch im vergangenen Jahr hat die Stadt mehr Flächen dazugewonnen als abgegeben und damit ihre Ziele für eine nachhaltige Stadtentwicklung erneut erreicht.

Finanzsenator und LIG-Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Andreas Dressel: „Mit der positiven Flächenbilanz, die der LIG für das vergangene Jahr vorlegen kann, unterstreicht Hamburg erneut, wie engagiert und vorausschauend die Stadt ihre Flächenpolitik gestaltet – im Sinne einer lebenswerten und zukunftsfähigen Metropole. Wir treiben mit unserer Bodenpolitik aktive wichtige Projekte an: Von Azubiwohnen bis hin zur Entwicklung von Perspektiven für den Bahnhof Altona gestaltet der LIG unsere Stadt mit. In den kommenden Jahren wird es auch darum gehen, mit der schwierigen Haushaltslage umzugehen. Dafür setzen wir klare Prioritäten, z. B. auf das Thema bezahlbares Wohnen und behalten gleichzeitig die Einnahmenseite im Blick. Eine Option muss dabei auch sein, die ein oder andere Fläche zu verkaufen, damit unsere Vorhaben auch weiterhin realisiert werden können.“ 

LIG-Geschäftsführer Christof Otto: „Hamburg befindet sich im Wandel und steht vor stetig neuen Herausforderungen. Der LIG versteht sich als verlässlicher Partner für eine strategische Flächenplanung, mit dem Ziel den Herausforderungen aktiv und wirkungsvoll zu begegnen. Die positive Flächenbilanz ist Zeichen für die erfolgreiche Umsetzung der Senatspolitik und unterstützt dabei, wichtige Ziele wie die Schaffung günstigen Wohnraums und die Umsetzung großer Stadtentwicklungsprojekte umzusetzen.“

Insgesamt konnte Hamburg 2025 87,8 Hektar neu erwerben – sei es durch gezielte Ankäufe oder die Ausübung von Vorkaufsrechten. Ein Teil davon (37,7 Hektar) ging in das vom LIG verwaltete Allgemeine Grundvermögen (AGV), ein weiterer Teil wurde im Auftrag anderer Behörden gesichert (50,1 Hektar, überwiegend für Straßen, Hochwasserschutz, Naturschutz und Stadtgrün). Insgesamt investierte die Stadt rund 49,3 Millionen Euro in neue Flächen (Beurkundungsdatum 2025), davon 38,3 Millionen Euro für AGV-Flächen und 11 Millionen Euro für Flächen anderer Behörden.

Dem gegenüber stehen Verkäufe von 81,8 Hektar sowie die Vergabe von Erbbaurechten an 8,5 Hektar. Die Einnahmen aus den Verkäufen beliefen sich auf 14 Millionen Euro.

Im Geschäftsjahr 2025 haben der LIG und die Stadtentwicklungsgesellschaften 42 Wohnungsbaugrundstücke sowie Arrondierungsflächen mit Wohnnutzungsbezug verkauft. Bei diesen Verkäufen fanden die Ausnahmetatbestände nach § 64 Absatz 5 und 6 Landeshaushaltsordnung (LHO) Anwendung. Es wurden 22 Grundstücke gemäß § 64 Absatz 6 Nr. 1 LHO (Arrondierung), ein Grundstück gemäß Nr. 3 (Einzelgrundstücke in dezentraler Lage), drei Grundstücke gemäß Nr. 4 (Teileigentum/Miteigentumsanteilen), ein Grundstück gemäß Nr. 5 (Grundstückstauschgeschäfte im öffentlichen Interesse), zwei Grundstücke gemäß Nr. 13 (Verkauf an städtische Unternehmen) und 13 Grundstücke gemäß Nr. 15 (Verkauf aufgrund einer Bürgerschaftsdrucksache) verkauft.

Hamburg baut seinen Flächenbestand weiter aus

Hamburg wächst – auch beim städtischen Grundbesitz. Der Umfang der Flächen im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH im Grundbuch, ohne öffentliche Unternehmen) stieg von 29.485 Hektar im Jahr 2024 auf rund 29.505 Hektar im Jahr 2025.

Auch die städtischen Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle: Zum Stichtag 6.1.2026 besaßen die öffentlichen Unternehmen, an denen Hamburg mehrheitlich beteiligt ist, zusammen 7.834 Hektar. Insgesamt kommt die Stadt – gemeinsam mit ihren Unternehmen – auf einen Flächenbestand von 37.340 Hektar. Das entspricht rund 49,5 Prozent der gesamten Fläche Hamburgs. 

Der umfassende Geschäftsbericht des Landesbetriebs für Immobilienmanagement und Grundvermögen wird im Herbst veröffentlicht.

Projekt Winsener Straße 189-197: Strategische Flächensicherung entlang der Magistrale 9

Mit dem Ankauf der rund 69.000 m² großen Fläche an der Winsener Straße 189-197 sichert sich Hamburg im Süden der Stadt eine langfristig bedeutsame Potenzialfläche. Die Fläche liegt entlang der Magistrale 9 und wird im Wohnungsbauprogramm Harburg als Potenzialfläche geführt.

Der Ankauf stärkt die städtische Handlungsfähigkeit in einem Raum, der für die zukünftige Entwicklung entlang der Magistralen von besonderem Interesse ist. Damit schafft Hamburg frühzeitig die Grundlage, um Wohnungsbaupotenziale zu sichern und einen städtebaulichen Impuls für die langfristige Entwicklung im Hamburger Süden zu setzen.

Azubiwohnen – geplantes Wohnheim in der Großen Freiheit

Im Wettbewerb um die Fachkräfte von Morgen sind attraktive Rahmenbedingungen für Auszubildende ein wichtiger Faktor. Günstigem Wohnraum kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Im aktuellen Regierungsprogramm des Senats ist die Schaffung von 3.000 Wohnheimplätzen für Auszubildende und Fachschüler bis 2030 verankert. 100 bis 150 Wohnheimplätze sollen im geplanten Azubi-Wohnheim in der Großen Freiheit in unmittelbarer Nachbarschaft zu den traditionsreichen Musikclubs „Gruenspan“ und „Indra“ entstehen. Es handelt sich dabei um das erste Wohnheim der Hamburger Stadtwirtschaft. Die Hanseatische Siedlungs-Gesellschaft mbH (HSG), eine Tochtergesellschaft der HOCHBAHN, soll den Bau und Betrieb des Gebäudes übernehmen. Ziel ist es, das Projekt von der Planung bis zur Realisierung und dem Betrieb stadtintern umzusetzen.

Ankauf des ehemaligen Werftgeländes Sietas in Neuenfelde

Das ehemalige Sietas Werftgelände in Neuenfelde mit einer Gesamtfläche von 147.690 qm wurde im Rahmen einer Zwangsversteigerung für das Allgemeine Grundvermögen der Stadt erworben. Im Fokus steht die zukunftsorientierte Nutzung als Industriefläche und Steuerung des Standortes im Sinne der Stadtentwicklung. Ziel ist es historisches Potenzial mit modernen Anforderungen zu verknüpfen.

Beteiligungsverfahren Bahnhof Altona

Der Altonaer Bahnhofskomplex und sein Umfeld sollen neu gestaltet werden. Nach einem Bürgerbeteiligungsverfahren wurde ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt und aus diesem zwei Vorschläge zur weiteren Vertiefung ausgewählt. Dabei flossen die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung, die Vorprüfungsergebnisse sowie die Stellungnahmen der beratenden Büros für Verkehrsplanung und Klima sowie der Bürgerdelegierten ein. Die Entwürfe von C. F. Møller Deutschland GmbH, Hamburg und Vogt Landschaft GmbH, Berlin sowie NOTO Basista Becker Jansen Architekten Partnerschaft mbH, Hamburg-Altona und studio Erde GmbH, Zürich/ Bern werden aktuell vertieft und auf technische Realisierbarkeit geprüft. Im Anschluss wird ein Rahmenplan erstellt. Der Start des Umbaus des Bahnhofskomplexes kann frühestens Anfang der 30iger Jahre beginnen.