Hamburg. Künstliche Intelligenz durchdringt nahezu alle Wirtschaftszweige und Arbeitsbereiche. In der Hamburger Wirtschaft ist KI angekommen. Die entscheidende Frage lautet heute jedoch: Wie kann aus dem Standort über die Anwendung hinaus ein führender Hotspot für die Entwicklung innovativer KI-Lösungen und digitale Souveränität werden?
Mit dem neuen Impulspapier „Hamburg als KI-Hotspot – Standortbestimmung, Herausforderungen und Zukunftspotenziale von Künstlicher Intelligenz“ möchte die Handelskammer die Diskussion über die Zukunft des KI-Standorts Hamburg voranbringen.
Dr. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg: „Hamburg verfügt über ein starkes KI-Ökosystem, leistungsfähige Hochschulen und vielversprechende Unternehmen. Gleichzeitig fehlt es an international sichtbaren Leuchtturmprojekten, einer konsequenten Bündelung der vorhandenen Ressourcen und zentralen Orten, an denen KI entwickelt, erprobt und skaliert werden kann. Der Zugang zu Rechenleistung, Daten und digitaler Infrastruktur wird zunehmend zu einer Frage wirtschaftlicher und technologischer Souveränität. Hamburg kann hier einen wichtigen Beitrag im Rahmen von nationaler und europäischer Kooperation leisten. Für eine erfolgreiche Entwicklung ist entscheidend, dass Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung eng zusammenarbeiten.“
Besondere Potenziale gibt es in den Bereichen Logistik und Mobilität, Gesundheit sowie Klimatechnologien. Hier treffen wirtschaftliche Stärke, wissenschaftliche Expertise und konkrete Anwendungsfelder für Künstliche Intelligenz aufeinander. Gleichzeitig macht die Analyse deutlich, dass Hamburg im Wettbewerb um KI-Talente, Investitionen und Innovationsführerschaft noch aufholen muss. Mit 71 vielversprechenden KI-Start-ups belegt Hamburg bundesweit zwar den dritten Platz hinter Berlin und München. Dennoch sieht die Handelskammer Handlungsbedarf. Besonders nach dem Auslaufen des Förderprogramms AI.Startup.Hub ist demnach eine Lücke bei der Unterstützung junger KI-Unternehmen entstanden.
Mit acht Handlungsempfehlungen skizziert die Handelskammer einen Weg, wie sich Hamburg zu einem verantwortungsvollen und innovativen KI-Hotspot entwickeln kann. Zugleich hebt das Impulspapier die zunehmende geopolitische Bedeutung von Künstlicher Intelligenz hervor.
Zu den Empfehlungen zählen die Schließung der Förderlücke für KI-Start-ups nach dem Auslaufen des AI.Startup.Hub, die Umsetzung der Hamburger KI-Sandbox, die Schaffung eines zentralen Innovations- und Kollaborationsortes für KI sowie die stärkere Konzentration von Ressourcen auf strategische Zukunftsfelder. Darüber hinaus spricht sich die Handelskammer für einen stärkeren Forschungstransfer, den Ausbau von KI-Kompetenz in Unternehmen, den Zugang zu Recheninfrastruktur, die weitere Profilierung Hamburgs als Standort für verantwortungsvolle und faire KI sowie eine stärkere Positionierung Hamburgs als Akteur für europäische KI-Souveränität aus.
Dass innovative KI bereits heute in Hamburg entsteht, zeigen zahlreiche Akteure des lokalen Ökosystems. Dazu zählen das Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC), das die Umsetzung der Hamburger KI-Sandbox begleitet, das Hamburger KI-Unternehmen Flower Labs, das offene KI-Modelle entwickelt, sowie Initiativen wie das House of AI und die international wachsende Community AI Beavers. Auch der KI-Summit, der in diesem Jahr bereits zum achten Mal von ARIC, dem Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg und der Handelskammer Hamburg veranstaltet wird, unterstreicht die Dynamik des Standorts.
