Hamburg. Mit dem heute im Rahmen der Landespressekonferenz vorgestellten Rahmenplan Domachse legen die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende die Grundlage für die städtebauliche Weiterentwicklung einer der wichtigsten Wegeverbindungen der Hamburger Innenstadt. Ziel ist es, eine attraktive, durchgängige Promenade von der Binnenalster bis zur Elbe zu schaffen, die zum Flanieren und Verweilen einlädt.

Ein neues Verkehrskonzept sorgt für mehr Sicherheit und Platz für den Fuß- und Radverkehr. Durch eine Reduzierung der Fahrbahnbreiten können hier bis zu 6.500 qm an Fläche gewonnen werden. Dabei kommt dem Hammaburg-Platz eine zentrale Rolle zu, der um bis zu 40 Prozent vergrößert und zu einer grünen Parkfläche umgestaltet werden soll. Die Mitglieder des Runden Tischs Innenstadt hatten vorab Gelegenheit, sich über die Inhalte und Ziele des Rahmenplans zu informieren.

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Die Domachse zählt zu den wichtigsten Verbindungen zwischen der historischen Innenstadt und der HafenCity und ihre Nutzungsfrequenz hat sich seit der Eröffnung des Westfield Überseequartier Centers noch einmal deutlich erhöht. Der in einem intensiven Dialogprozess erarbeitete Rahmenplan zeigt, wie wir diese Wegeverbindung durch mehr Raum für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende zu einer durchgehenden, von Bäumen gesäumten Promenade aufwerten können. Das absolute Highlight aber wird sicher der um bis zu 40 Prozent vergrößerte Hammaburg-Platz. Die historische Keimzelle Hamburgs wird zum neuen Treffpunkt in der Innenstadt.“

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg: „Der Hammaburg-Platz wird zu einem neuen, großen und vielfältig nutzbaren Park in der historischen Mitte der Hamburger Innenstadt und eine neue Promenade führt vom Jungfernstieg bis an den Magdeburger Hafen. Oft sind die einfachsten Ideen die besten.“

Anjes Tjarks, Senator der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende: „Viele Bereiche entlang der Dom-achse sind bisher stark durch den Kfz-Verkehr geprägt und wenig einladend. Wir teilen den Raum jetzt so auf, dass alle Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen profitieren und schaffen dadurch mehr Platz für den Rad- und Fußverkehr und entzerren damit wichtige Verkehrsbereiche, zum Beispiel am Übergang zur Speicherstadt. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass der öffentliche Nahverkehr leistungsfähig bleibt, die Innenstadt als attraktiver Lebensraum weiter gestärkt wird und sich die Verkehrssicherheit erhöht. Die neu gestaltete Domachse zeigt, wie moderne Mobilitätslösungen Platz für alle schaffen.“

Die Domachse verbindet die Binnenalster mit der Elbe und führt durch alle Bereiche der Hamburger Innenstadt: Altstadt, Neustadt und HafenCity – von der Bergstraße bis zur Kreuzung Brandstwiete / Kornhausbrücke / Dovenfleet / Zippelhaus als Übergang zum Welterbe Speicherstadt. Mit dem Rahmenplan und seinem neuen Verkehrskonzept soll diese zentrale Verbindung zu einem attraktiven Stadtraum mit mehr Grün, hoher Aufenthaltsqualität und vor allem mehr Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende werden. Die Domachse soll als durchgängige räumliche Struktur zum Flanieren, Verweilen, Spielen, Begegnen und Entdecken einladen und zugleich die Geschichte dieses besonderen Ortes erlebbar machen.

Dem Hammaburg-Platz als innerstädtischer Grünfläche kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. 

Durch den Wegfall einer Straßenspur (Speersort) vergrößert sich die Fläche des Hammaburg-Platzes um bis zu 40 Prozent und weitet sich bis zum Vorplatz der St. Petri Hauptkirche aus. Die historisch belegte Keimzelle der Stadt wird durch Bepflanzung sowie Spiel- und Bewegungsangebote als grüne Mitte der Innenstadt neu erlebbar gemacht. Auch weitere prägende Orte wie der Alte Fischmarkt und der Vorplatz der Hauptkirche St. Petri werden aufgewertet, um einen zusammenhängenden Erlebnisraum zu schaffen.

Das Verkehrskonzept setzt auf eine deutliche Reduzierung des motorisierten Durchgangsverkehrs und schafft mehr Raum für Fuß- und Radverkehr. Die Fahrbahnbreiten werden entlang der Achse reduziert, wodurch großzügige Flächen für Promenaden, Radwege und Grünbereiche entstehen. Die Domachse wird weiterhin von Nord nach Süd für Autos befahrbar sein, während die Routen für den ÖPNV gesichert sind und die HafenCity gut erreichbar bleibt. Ausreichende Parkmöglichkeiten bestehen vor allem durch freie Kapazitäten in umliegenden Parkhäusern. Die Erreichbarkeit der Ladezonen verbessert sich durch die Maßnahmen.

Die Entwicklung des Rahmenplans erfolgte in einem mehrstufigen, kooperativen Prozess. Bereits 2023 wurden im Rahmen eines Werkstattverfahrens erste Grundlagen gelegt. Mehrere interdisziplinäre Planungsteams entwickelten konzeptionelle Ansätze, aus denen ein gemeinsames Zielbild für den Stadtraum zwischen Altstadt und HafenCity abgeleitet wurde. Darauf aufbauend haben die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende zusammen mit den beauftragten Büros West8, ARGUS und Urban Future im letzten Jahr den Rahmenplan erarbeitet. Der Prozess wurde durch eine umfassende Beteiligung von Fachakteuren sowie Bürgerinnen und Bürgern begleitet. So konnten Interessierte ihre Anregungen und Ideen unter anderem in zwei öffentlichen Veranstaltun-gen und über die digitale Beteiligungsplattform DIPAS einbringen.

Der Rahmenplan ist ein informelles Planungsinstrument, das ein übergeordnetes, integriertes Zielbild für die zukünftige Entwicklung formuliert und unterschiedliche Anforderungen in einem abgestimmten Gesamtkonzept zusammenführt. Er dient als strategischer Orientierungsrahmen für nachfolgende Planungs- und Umsetzungsprozesse.

Eine Ausstellung zum Rahmenplan ist im Raum der Innenstadtkoordination (Rathausstraße 7, 20095 Hamburg) zu sehen und kann dort in den nächsten Monaten immer dienstags von 10:00 bis 14:00 Uhr und donnerstags von 14:00 bis 18:00 Uhr kostenfrei und ohne Anmeldung besucht werden.