Hamburg. Die Stimmung in der Hamburger Wirtschaft hat sich zum Ende des zweiten Quartals 2026 zwar leicht verbessert, lässt aber keine Trendwende in der Wirtschaft erkennen. Das aktuelle Konjunkturbarometer der Handelskammer Hamburg zeigt: Das Geschäftsklima legt gegenüber dem Frühjahr geringfügig zu, bleibt aber mit 89,6 Punkten hinter den Vorjahreswerten (Q2 2025: 94,9 Punkte, Q2 2024: 94,5 Punkte) zurück. Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate sind weiterhin klar pessimistisch, Investitions- und Personalplanungen bleiben zurückhaltend.

Bemerkenswert ist der Blick auf die Geschäftsrisiken: Mit 68,6 Prozent nennen so viele Unternehmen wie nie zuvor in den 16-Jahren der Handelskammerbefragung die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als eines ihrer größten Risiken.

“Die leichte Aufhellung im Geschäftsklima ist leider noch kein Signal für einen nachhaltigen Aufschwung”, ordnet Dr. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, die Ergebnisse ein.

„Dass mittlerweile mehr Unternehmen denn je die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Geschäftsrisiko nennen, muss für die Politik ein Warnsignal sein. Die Unternehmen warten seit Monaten darauf, dass lange angekündigte Reformen im Bund wie in Hamburg, tatsächlich umgesetzt werden. Jetzt kommt es darauf an, Investitionen in den Standort durch die richtigen Rahmenbedingungen anzuregen und so langfristig die internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.“

Inwieweit das jüngst angestoßene Reformpaket für Deutschland die Stimmungslage in der Hamburger Wirtschaft spürbar verbessert, werden die nächsten Handelskammer-Konjunkturumfragen aufzeigen.

Die anhaltend gedämpften Erwartungen spiegeln sich weiterhin in den Planungen der Unternehmen wider. Zwar hat sich die Investitionsbereitschaft gegenüber dem Vorquartal etwas verbessert, insgesamt überwiegen jedoch weiterhin Unternehmen, die ihre Investitionsausgaben reduzieren wollen. Auch auf dem Arbeitsmarkt bleibt die Entwicklung verhalten: Die Mehrheit der Betriebe plant mit einem gleichbleibenden Personalbestand, während deutlich mehr Unternehmen Stellen abbauen als aufbauen wollen.

Nach dem deutlichen Einbruch im Frühjahr haben sich die Exporterwartungen etwas erholt. Positive und negative Einschätzungen halten sich inzwischen annähernd die Waage. Von einer nachhaltigen Erholung des Außenhandels kann jedoch noch nicht gesprochen werden.

Die Ergebnisse im Überblick

  • Geschäftsklima: 89,6 Punkte (Vorquartal: 85,4; langfristiger Durchschnitt: 105,8)
  • Aktuelle Lage: 21,4 % „gut”, 22,2 % „schlecht” (Saldo: –0,8), 56,4 % „saisonüblich”
  • Geschäftserwartungen: 11,8 % „günstiger”, 31,0 % „ungünstiger” (Saldo: –19,2), 57,2 % „etwa gleichbleibend”
  • Größte Geschäftsrisiken: Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (68,6 %), Inlandsnachfrage (61,7 %), Arbeitskosten (51,1 %)
  • Investitionen: 24,7 % „höher”, 30,9 % „geringer” (Saldo: –6,2), 44,4 % „gleichbleibend”
  • Beschäftigung: 12,2 % „höher”, 25,8 % „geringer” (Saldo: –13,6), 62,0 % „gleichbleibend”
  • Exporte: 22,3 % „steigend”, 19,7 % „sinkend” (Saldo: +2,6), 58,0 % „gleichbleibend”
  • Befragung: 650 Antworten Hamburger Unternehmen zwischen dem 18. Juni und 6. Juli 2026.