Hamburg. Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein Erfolgsfaktor für die Hamburger Wirtschaft. Ausbildungsbetriebe leisten hierbei einen entscheidenden Beitrag. Junge Menschen aus dem Ausland spielen für die Sicherung des Fachkräftebedarfs eine zunehmend wichtige Rolle: Ihr Anteil an den Auszubildenden steigt seit Jahren kontinuierlich an.

Die seit mehr als 60 Jahren in Hamburg ansässige Kliewe GmbH beschäftigt rund 460 Mitarbeitende. Jährlich bildet Kliewe 20 junge Menschen aus dem In- und Ausland gezielt in Zukunftsberufen im Behälter- und Anlagenbau, der Elektrotechnik, in der Kältetechnik sowie der Heizungs- und Klimatechnik aus und begleitet sie auf ihrem beruflichen Weg bis hin zur individuellen Spitzenqualifikation.

Einer davon ist Bundessieger Davood Nia Rashid. Der 2022 aus dem Iran nach Hamburg gekommene Fachmann wurde 2025 bundesweit als bester Behälter- und Apparatebau-Geselle ausgezeichnet und bereitet sich derzeit auf die Meisterprüfung vor. 

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation: „Die Geschichte hinter dieser Auszeichnung zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in guter Ausbildung und passgenauer Förderung steckt – vom Azubi zur Hamburger Spitzen-Fachkraft. Genau solche Erfolgsgeschichten braucht unsere Stadt. Das Handwerk ist ein Zukunftsmotor: Hier werden die Fachkräfte ausgebildet, die Energiewende, Industrie und Gebäudetechnik voranbringen. Unternehmen wie Kliewe begleiten junge Menschen auf ihrem Weg und stärken damit Hamburgs wirtschaftliche Zukunft.“

Bedra Duric, Arbeitnehmer-Vizepräsidentin der Handwerkskammer Hamburg: „Als Azubi aus dem Ausland zur Hamburger Spitzen-Fachkraft – solche Erfolgstorys machen Mut. Wir brauchen mehr davon. Das Potenzial ist da: Der Anteil Auszubildender im Hamburger Handwerk mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit hat sich mit 1.417 Auszubildenden, das sind 25 Prozent, in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Bei den Neuverträgen 2025 betrug er sogar 30 Prozent. Kliewe zeigt, dass hohe Ausbildungsqualität, enges Begleiten und Unterstützen sowie ein wertschätzendes Arbeitsumfeld lohnende Investitionen sind. Eine weitere gute Nachricht: Im Hamburger Handwerk findet jede und jeder Interessierte einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz. Die Kammer hilft bei der Suche und Vermittlung. Selbst für einen Start in diesem Jahr sind noch rund 1.000 Lehrstellen frei.“

Thomas Kliewe, Geschäftsführer Kliewe GmbH: „Bei Kliewe leben wir den Leitspruch des Handwerks: Es zählt nicht, wo du herkommst, sondern wo du hinwillst. Für uns als Ausbildungsbetrieb bedeutet eine gute Ausbildungsqualität, Wissen praxisnah zu vermitteln, Verantwortungsbewusstsein zu stärken und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Sie ist die Grundlage für einen erfolgreichen Einstieg in eine großartige, sinnstiftende Berufswelt und zugleich eine Investition in qualifizierte Fachkräfte von morgen. Wir wünschen uns, dass die Politik die berufliche Ausbildung künftig stärker fördert und ihr den gleichen gesellschaftlichen Stellenwert einräumt wie einem Studium. Das würde Ausbildungsbetriebe dabei unterstützen, weiterhin gezielt in junge Talente und hochwertige Ausbildung zu investieren.“

Davood Nia Rashid, Behälter- und Apparatebau-Geselle sowie Bundessieger: „Als ich aus dem Iran nach Hamburg gekommen bin, hat mir das Handwerk viele Chancen eröffnet. Durch meine Ausbildung und die Unterstützung meines Betriebs konnte ich mich fachlich und persönlich weiterentwickeln. Dass ich heute Bundessieger bin und mich nun auf meinen Meister vorbereite, macht mich sehr stolz und motiviert mich für meinen weiteren Weg.“

Bei Kliewe sind die Lehrstellen für 2026 bereits vergeben. Aber in vielen anderen Handwerksbetrieben sind noch Plätze frei. Für Interessierte findet in der Handwerkskammer Hamburg am 10. Juni die Veranstaltung „Endspurt zur Ausbildung“ statt: mit Informationen über aktuelle Ausbildungschancen und freie Ausbildungsplätze, persönliche Beratung für eine Bewerbung sowie die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit einem Azubi aus dem Handwerk. 

Anmeldung: Endspurt zur Ausbildung in der Handwerkskammer 

Foto: Ausbilder Marek Mayer und Behälter- und Apparatebaugeselle Davood Nia Rashid © HWK Hamburg