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Westküste macht Gewerbegebiete zukunftsfähig


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#Westküste #WEP #Gewerbegebiete #Digitalisierung #Mobilität #Energie #Klima

Mit dem neuen Leitfaden „Gewerbegebiete der Zukunft“ will die Regionale Kooperation Westküste die Entwicklung von Gewerbegebieten zukunftsfähig und nachhaltig gestalten. Stefan Mohrdieck, Vorsitzender der Regionalen Kooperation Westküste, sagte heute bei der Vorstellung des Leitfadens: „Die Anforderungen an Gewerbegebiete wandeln sich. Digitalisierte Geschäftsmodelle, eine integrierte Mobilität, Veränderungen in der Arbeitswelt und Umbrüche bei Energie und Klima sind hier die wesentlichen Treiber.“ In der Folge müssten sich Planer und Entscheider befassen mit branchenspezifischeren Ausgestaltungen von Gewerbeflächen, reduziertem Flächenverbrauch und dem Wunsch, die Attraktivität von Arbeitsplätzen zu steigern. „Hierfür bietet unser Leitfaden zahlreiche Anregungen“, so Mohrdieck weiter.

Dr. Paul Raab, der das Leitfadenprojekt geleitet hatte, erläuterte die Inhalte. „Unsere Vorschläge erlauben an vielen Stellen ein nachhaltigeres Vorgehen. Wir schlagen zum Beispiel vor, den Flächenverbrauch zu reduzieren, indem in größeren Gewerbegebieten nicht mehr jeder Betrieb eigene Parkplätze vorhält, sondern ein gemeinsames zentrales Parkhaus geschaffen wird.“ Außerdem biete es sich vor allem im Hamburger Rand an, über gestapeltes Gewerbe nachzudenken, so Raab weiter. Das seien Gewerbebauten, in denen in mehreren Etagen Produktion und Logistik übereinander angeordnet sind, statt wie bisher in mehreren Gebäuden nebeneinander.
Ein weiterer Punkt sei, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Man könne die verkehrliche Erschließung von Gewerbegebieten von der Rückseite der Gebäude her gestalten, so dass an der Vorderseite ein Park- oder Campuscharakter entstehe. Durch andere Gewerbegebiete mit Grünzügen seien Wanderwege geführt worden, so dass die Areale auch für Menschen attraktiv würden, die nicht dort arbeiteten. „Schließlich kann man, wo es sich anbietet, Gewerbegebiete mit Hecken einhegen oder die Fassaden begrünen. Das dient nicht nur der Landschaftsgestaltung, sondern auch der CO2-Reduktion, indem mehr Pflanzen Fotosynthese betreiben“, sagte Raab.
Denkbar sei auch, Gewerbegebiete mit einer sozialen Infrastruktur zu versehen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf lasse sich nicht nur verbessern, indem man die Arbeit ins Home Office hole. Man könne, andersherum, zum Beispiel auch Kitas oder Grundschulen in Gewerbegebieten ansiedeln.

Schließlich fänden sich in dem Leitfaden auch Aspekte für ein Kreislaufwirtschaften nach dem „Cradle-to-Cradle“-Prinzip. So könne man an eine gemeinsame Ver- und Entsorgung denken. Das sei möglich durch eine gemeinsame Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, durch Fernwärmekonzepte mit zentraler Energieerzeugung oder Restwärmenutzung. In der Königsdisziplin sei ein Wertstoffmanagement denkbar, bei dem Restprodukte eines Unternehmens in den Produktionsprozess eines anderen eingespeist werden könnten, schloss Raab.

Dr. Harald Schroers, Geschäftsführer einer der Wirtschaftsförderungsgesellschaften in der Regionalen Kooperation Westküste, sagte: „Natürlich lassen sich nicht alle unsere Vorschläge in einem einzigen Gewerbegebiet umsetzen. Sie zeigen aber, was grundsätzlich möglich ist. Wenn auch nur einige Maßnahmen in neuen oder bestehenden Gewerbegebieten umgesetzt werden, wird dies dazu beitragen, dass sich die Wirtschaftsregion an der Westküste und Unterelbe positiv von Wettbewerbern absetzt.“

Hintergrund:
Partner der Regionalen Kooperation Westküste sind die Kreise Pinneberg, Steinburg, Dithmarschen und Nordfriesland, deren Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie die Industrie- und Handelskammern zu Flensburg und zu Kiel. Sie stehen für eine ansiedlungsstarke Region. Ein für den Zeitraum 2014 bis 2019 durchgeführtes Gewerbeflächenmonitoring zeigt, dass im Durchschnitt 46 Hektar pro Jahr an Gewerbeflächen in Anspruch genommen und/oder vermarktet wurden. Der Druck auf die Neuausweisung von Gewerbeflächen ist in einigen Teilräumen der Region besonders hoch. Genauso wichtig aber wie die Frage, wie viel und wo zukünftig neue Flächen
entwickelt werden sollen, ist die Frage, wie die neuen Gewerbegebiete gestaltet werden sollen. Umbrüche bei Energie und Klima, permanente Veränderungen der Arbeitswelt durch die zunehmende Digitalisierung von Arbeits- und Produktionsprozessen sowie die neue Mobilität stellen große Herausforderungen für die gewerbliche Flächenentwicklung dar. Vor dem skizzierten Hintergrund zeichnet sich ein Trend zu sogenannten nachhaltigen Gewerbegebieten ab, die effizient mit Flächen und Ressourcen umgehen und städtebaulich attraktiv sind. Mit dem Leitfaden zum Thema „Gewerbegebiete der Zukunft“ soll Wirtschaftsförderern und Planern eine Orientierungshilfe für die Gewerbeflächenentwicklung unter sich verändernden Rahmenbedingungen an die Hand gegeben werden.

Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln des Regionalbudgets Westküste 2017-2020 und durch die Industrie- und Handelskammer zu Flensburg und die Industrie- und Handelskammer zu Kiel. Das Regionalbudget Westküste wird gefördert aus dem Landesprogramm Wirtschaft.

Foto: Dr. Paul Raab (Leiter der IHK Geschäftsstelle Elmshorn), Annette Fröhlingsdorf (PGN mbH), Dr. Harald Schroers (WEP Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg), Stefan Mohrdieck (Landrat des Kreises Dithmarschen)

Ansprechpartner und weitere Informationen:
Projektgesellschaft Norderelbe mbH
Regionalmanagement „Regionale Kooperation Westküste“
Annette Fröhlingsdorf, Tel. 04821/17 888-12
E-Mail: froehlingsdorf@pg-norderelbe.de,
Der Leitfaden „Gewerbegebiet der Zukunft“ ist auf der Internetseite der Regionalen Kooperation Westküste unter www.rk-westküste.de verfügbar.