Kreis Pinneberg. Die Frühjahrsbelebung wirkt sich weiterhin positiv auf den Arbeitsmarkt im Kreis Pinneberg aus. Im Mai waren 9.849 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber April sank die Zahl um 213 Personen, im Vergleich zum Vorjahr waren 410 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,3 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat.
„Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin stabil. Die rückläufigen Arbeitslosenzahlen sind derzeit überwiegend saisonal geprägt. Von der konjunkturellen Entwicklung kommen momentan kaum unterstützende Impulse“, erklärt Alexandra Nütten, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Elmshorn und ergänzt: „Die Zahl der Beschäftigten im Kreis Pinneberg bleibt trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten auf einem erfreulich hohen Niveau.“
Eine positive Entwicklung gab es bei der Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Zahl der Menschen, die ein Jahr oder länger auf Jobsuche sind, ist zum vergleichbaren Vorjahresmonat um 173 Personen zurückgegangen. Weiterhin waren im Mai 2.634 Personen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet. Die Integration langzeitarbeitsloser Menschen bleibt eine besondere Herausforderung, da häufig weitere individuelle Erschwernisse in der Vermittlung bestehen.
Eine rückläufige Entwicklung zeigt sich auch bei den ausländischen Arbeitslosen. Im Mai waren 3.950 ausländische Menschen im Kreis Pinneberg arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 490 Personen im Vergleich zum Vorjahreswert.
Auf der Stellenseite gab es positive Aspekte. So wurden im Mai 550 Arbeitsstellen neu gemeldet und damit 45 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Mai 2025 waren es sogar 147 Stellen mehr. Der Gesamtbestand mit 2.020 offenen Stellen ist leicht angewachsen, bleibt aber noch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Besonders stark vertreten sind Angebote im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und Dienstleistungsgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.
„Viele Unternehmen agieren bei Neueinstellungen weiterhin zurückhaltend. Die Betriebe prüfen Personalentscheidungen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten sehr sorgfältig. Gleichzeitig besteht zukunftsorientiert ein hoher Bedarf an Fach- und Arbeitskräften in zahlreichen Bereichen. Der Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter vermittelt und berät zu Personalgewinnung, Personalentwicklung und Personalbindung“, so Alexandra Nütten.
Ausbildungsmarkt im Kreis Pinneberg: Jetzt aktiv bleiben und Chancen nutzen
Der Ausbildungsmarkt in unserer Region bietet Jugendlichen und Unternehmen trotz der schwächelnden Konjunktur gute Chancen, zueinander zu finden. Viele Bewerbungsverfahren laufen, dennoch sind weiterhin Ausbildungsstellen für den Start im Herbst zu besetzen. Die Nachfrage nach betrieblicher Ausbildung nimmt bei Jugendlichen erkennbar zu. Jugendliche, Eltern und Betriebe sollten daher die kommenden Wochen weiterhin aktiv für die Ausbildungsplatzsuche und Nachwuchsgewinnung nutzen.
„Jetzt ist eine entscheidende Phase auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Unternehmen führen aktuell Vorstellungsgespräche, gleichzeitig gibt es noch zahlreiche offene Ausbildungsplätze in unterschiedlichen Branchen“, erklärt Alexandra Nütten. „Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte sich jetzt nicht entmutigen lassen, sondern aktiv bleiben und offen für Alternativen sein.“
Bislang meldeten sich 1.212 Ausbildungsplatzsuchende für den Ausbildungsstart 2026 bei der Berufsberatung im Kreis Pinneberg. Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte Mai noch 669 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 1.308 Ausbildungsstellen gemeldet*. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im Mai noch 701 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Besonders in den Berufen des Einzelhandels, in der Lagerlogistik, im handwerklichen Bereich (z.B. Feinwerkmechaniker/in) und als medizinische Fachangestellte werden im Kreis Pinneberg Nachwuchskräfte gesucht. Auch in verschiedenen kaufmännischen Berufen gibt es noch Angebote.
„Viele Betriebe treffen jetzt ihre finalen Entscheidungen, gleichzeitig entstehen durch Absagen oder geänderte Planungen wieder neue Chancen für Bewerberinnen und Bewerber. Erfahrungsgemäß entscheiden sich viele Jugendliche erst im späten Frühjahr oder sogar kurz vor Ausbildungsbeginn endgültig für eine Ausbildung“, so Alexandra Nütten.
Die Agentur für Arbeit Elmshorn empfiehlt Jugendlichen zum jetzigen Zeitpunkt:
- Bewerbungen weiterhin aktiv versenden
- Nicht nur auf den Wunschberuf fokussieren - auch alternative Berufe und Branchen in den Blick nehmen
- Praktika oder Probearbeitstage nutzen
- Unterstützung durch die Berufsberatung in Anspruch nehmen
- Online-Ausbildungsbörsen regelmäßig prüfen
Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Jugendliche und Eltern weiterhin mit persönlichen Beratungsgesprächen, Bewerbungstipps und Vermittlungsangeboten. Es lohnt sich auch außerhalb der Top-10-Ausbildungsplätze (siehe unten) in der Jobsuche der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de regelmäßig nach den aktuellen Angeboten zu schauen.
