Kreis Pinneberg. Nach der Belebung im Frühjahr folgt regelmäßig der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Sommerferien. Auch in diesem Jahr folgt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt diesem saisonalen Zyklus. Die Arbeitslosenzahl ist im Juli deutlich angestiegen. Sie liegt auch im Vergleich zum Vorjahr höher – da starteten die großen Ferien erst am Monatsende und damit nach dem statistischen Juli-Zähltag.

Insgesamt meldeten sich im Juli 1.730 Personen aus einer Beschäftigung, einer Ausbildung oder nach einer Qualifizierung arbeitslos. Dies sind 383 Personen mehr als im Juni. 

Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Elmshorn, sieht drei Faktoren für die Arbeitsmarktentwicklung: „Junge Menschen beenden vor den Ferien die Schule, das Studium oder die Ausbildung und suchen einen Ausbildungsplatz oder einen Anschlussjob, was die Zahlen der jüngeren Arbeitslosen kurzzeitig ansteigen lässt. Daneben enden befristete oder gekündigte Arbeitsverträge häufig zur Jahreshälfte. Zudem verschieben Unternehmen neue Einstellungen häufig auf die Zeit nach den Sommerferien. In der Urlaubszeit sind die Personalabteilungen nicht so stark besetzt und es fehlt oft auch das Personal für die notwendige Einarbeitung.“ 

Einen überdurchschnittlichen Anstieg um 9,5 Prozent gab es im letzten Monat bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre. Michaela Bagger ist optimistisch, dass viele der jungen Menschen nach den Ferien eine neue berufliche Perspektive haben. 

Im Juli waren 1.919 Arbeitsstellen aus dem Kreis Pinneberg in der Jobsuche unter www.arbeitsagentur.de eingestellt. Damit waren 16 Prozent weniger Stellen als vor einem Jahr gemeldet. 

Die meisten Stellenangebote im Kreis Pinneberg gab es in der Fertigung, in der Verkehrs- und Logistikbranche, im Baugewerbe und im Handel. Dabei sind vor allem Fachkräfte gefragt: In 85 Prozent der aktuellen Stellenausschreibungen werden Arbeitskräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Studienabschluss gesucht. 

Ausbildungsbeginn 2026: Jetzt zählt ein guter Start! 

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres starten viele junge Menschen in einen neuen Lebensabschnitt. Für sie beginnt nicht nur die berufliche Ausbildung, sondern häufig auch der Einstieg in eine neue, bislang fremde Arbeitswelt. Die Agentur für Arbeit appelliert deshalb an Auszubildende und Betriebe, den ersten Wochen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. 

„Die ersten Wochen einer Ausbildung sind entscheidend. In dieser Zeit lernen sich Auszubildende und Betriebe kennen, Abläufe müssen sich einspielen und beide Seiten entwickeln ihre gegenseitigen Erwartungen. Unsicherheiten oder Missverständnisse kommen vor. Wichtig ist dann, offen miteinander zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, anstatt das Ausbildungsverhältnis vorschnell zu beenden“, empfiehlt Michaela Bagger. 

Gerade in den ersten Monaten kommt es häufiger zu Vertragsauflösungen. Oft sind dafür nicht fachliche Gründe ausschlaggebend, sondern falsche Vorstellungen vom Berufsalltag, Unsicherheiten oder Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung. Dabei profitieren beide Seiten von einem erfolgreichen Ausbildungsverlauf: Die jungen Menschen schaffen die Grundlage für ihren beruflichen Weg und die Betriebe sichern sich dringend benötigte Fachkräfte. 

Die Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater der Kammern sowie die Berufsberatung der Agentur für Arbeit stehen als Ansprechpartner in kritischen Situationen zur Verfügung und unterstützen dabei, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. 

Dabei bietet die Agentur für Arbeit mit der assistierten Ausbildung eine individuelle und kostenfreie Unterstützung an. Je nach Bedarf umfasst sie Zusatzunterricht sowie eine sozialpädagogische Begleitung. Auch Ausbildungsbetriebe können Beratung und Unterstützung im Ausbildungsalltag erhalten. 

„Niemand sollte eine Ausbildung abbrechen, weil es vorübergehend Schwierigkeiten gibt. Wer frühzeitig passende Unterstützungsangebote in Anspruch nimmt, verbessert die Chancen auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss erheblich“, erklärt Michaela Bagger und weiter: „Unsere Förderung wird individuell auf den Bedarf abgestimmt und kann bereits vor dem Ausbildungsstart ansetzen.“ 

Bislang meldeten sich 1.356 Ausbildungsplatzsuchende für den Ausbildungsstart 2026 bei der Berufsberatung im Kreis Pinneberg (-1 gegenüber Vorjahresmonat). Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte Juli noch 546 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 40 mehr als im Juli des Vorjahres. 

Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 1.455 Ausbildungsstellen gemeldet (-2 gegenüber Vorjahresmonat). Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im Juli noch 610 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Das sind 64 mehr als vor einem Jahr. 

Auch für Jugendliche, die bislang noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben oder sich erst jetzt für eine Berufsausbildung entscheiden, ist der Einstieg weiterhin möglich. Viele Ausbildungsbetriebe besetzen freie Stellen noch bis in den Herbst hinein. Gute Chancen bestehen noch im Einzelhandel (insbesondere Lebensmittel), in handwerklichen Berufen (z.B. Feinwerkmechaniker/in, Anlagenmechaniker/in), im Logistikbereich und als medizinische Fachangestellte. Auch einzelne kaufmännischen Ausbildungsplätze werden noch angeboten.

Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte jetzt keine Zeit mehr verlieren. Die Agentur für Arbeit Elmshorn empfiehlt, die aktuellen Ausbildungsangebote regelmäßig zu sichten, sich möglichst direkt bei den Betrieben zu bewerben und dabei offen für verschiedene Berufe sowie einen größeren regionalen Umkreis zu sein. Flexibilität bei Berufswunsch und Arbeitsort erhöht die Erfolgsaussichten deutlich. 

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt hier natürlich - Termine können unter 0800 – 4 5555 00 (gebührenfrei) oder über die Webseite www.mein-beruf.de vereinbart werden. Die Arbeitsagentur berät ganz nach Bedarf zu Ausbildung, Studium, Alternativen und Überbrückungsmöglichkeiten.

Aktuelle Daten im Kreis Pinneberg 

  • Die Arbeitslosenzahl ist zum Vormonat um 622 Personen auf 10.447 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 357 Personen höher. 
  • Die Arbeitslosenquote ist von 5,3 Prozent im Vormonat auf 5,7 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 5,5 Prozent betragen.
  • 98.707 Menschen waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Anstieg um 1.282 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat. (aktueller Datenstand 31.01.2026) 
  • Die Unternehmen gaben im letzten Monat 458 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind acht weniger als im Vormonat und 52 mehr als im Juli 2025.
  • Insgesamt waren 1.919 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote (Bestand) gemeldet – 112 weniger als vor einem Monat und 366 weniger als vor einem Jahr.