Frost und Schnee bestimmten im Januar nicht nur das Wetter – die Wintersaison hat auch den Arbeitsmarkt fest im Griff. Die Arbeitslosenzahl ist im Januar saisonal deutlich gestiegen. 

Im Kreis Pinneberg meldeten sich 1.093 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 332 mehr als im Dezember und 54 mehr als in dem weitestgehend frostfreiem Januar 2025. Üblicherweise ist der Januar im Jahresverlauf der Monat, in dem sich die meisten Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos melden. 

„Viele witterungsabhängige Gewerke haben ihre Belegschaften wie jedes Jahr über die Wintermonate reduziert. Im kaufmännischen Bereich enden Beschäftigungsverhältnisse häufig zum Jahresende und auch Saisonbeschäftigungen und befristete Arbeitsverträge laufen dann aus“, erläutert Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Elmshorn und ergänzt: 

„Durch das strenge Winterwetter schlägt der Saisoneffekt dieses Jahr voll durch. Eine Umkehr des Trends erwarte ich mit dem Frühlingsstart. Erfreulicherweise blieb die Arbeitslosenzahl dennoch unter dem Vorjahresniveau.“ 

10.450 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, 635 Personen mehr (+6,5 Prozent) als im Dezember. Im Vergleich zum Januar 2025 waren es 268 Personen bzw. 2,5 Prozent weniger. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent und lag um 0,4 Prozentpunkten über dem Vormonat. Vor einem Jahr lag sie bei 5,9 Prozent. 

Die Unternehmen verhalten sich bei Stellenausschreibungen aufgrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Lage derzeit zurückhaltender. Aktuell befanden sich 1.721 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. Im Januar kamen die meisten neu gemeldeten Stellenangebote aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Einzelhandel, aus der Verwaltung und dem Gesundheits- und Sozialwesen. Die Zahl der Beschäftigten im Kreis Pinneberg ist dabei in den letzten Monaten weiter gestiegen. 

Halbjahreszeugnis für die Ausbildungsbewerbung nutzen! 

„Mit der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“, erklärt Michaela Bagger und führt aus: „Die aktuellen Zeugnisse sollten den Unterlagen beigefügt und die Bewerbungen anschließend direkt versendet werden. Viele Unternehmen setzen inzwischen auf Online-Bewerbungen über ihre Internetseiten, was den Bewerbungsprozess deutlich vereinfacht. Wichtig ist, jetzt zu starten und nicht zu zögern – eine frühe Bewerbung erhöht die Chancen auf die Wunschausbildung.“

Die meisten betrieblichen Ausbildungen beginnen zwar erst im Herbst, aber viele Unternehmen haben Ihre Ausbildungsplätze bereits veröffentlicht und ihre Auswahlverfahren gestartet. Große Unternehmen, Banken, Versicherungen und Verwaltung haben meist ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren und beginnen Ihre Suche häufig schon ein Jahr vor dem Ausbildungsstart. Aktuell gibt es noch eine große Auswahl an interessanten Ausbildungsplätzen und dualen Studiengängen. 

„Gute Noten sind nicht das alleinige Kriterium bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Viele Betriebe legen ebenso großen Wert auf Motivation, Interesse und Teamfähigkeit. Deshalb lohnt es sich, aktiv den Kontakt zu Ausbildungsunternehmen zu suchen – auch dann, wenn das Zeugnis nicht ganz den eigenen Erwartungen entspricht. Ein Praktikum bietet zudem eine gute Gelegenheit, persönliche Stärken zu zeigen. Noch ist dafür genügend Zeit!“, sagt Michaela Bagger. 

Bislang meldeten sich 793 Ausbildungsplatzsuchende für den Ausbildungsstart 2026 bei der Berufsberatung, dies sind 78 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum wurden im Kreis Pinneberg 1.011 Ausbildungsstellen von den Betrieben gemeldet, dies sind 141 weniger als im Vorjahreszeitraum. Erfahrungsgemäß veröffentlichen Unternehmen auch in den kommenden Wochen noch weitere Ausbildungsangebote.

Michaela Bagger bittet die Unternehmen trotz der ungewissen konjunkturellen Entwicklung mit der Ausschreibung ihrer Ausbildungsmöglichkeiten nicht zu lange zu zögern: „Denken Sie bei der Nachwuchsgewinnung nicht kurzfristig, sondern planen Sie Ihren Bedarf strategisch. Aktuell sind die Ausbildungsinteressierten auf der Suche. Melden Sie Ihre Ausbildungsangebote daher jetzt bei der Agentur für Arbeit – Ihr Arbeitgeber-Service unterstützt Sie hier gern.“