Kreis Segeberg. Die Wintersaison auf dem Arbeitsmarkt klingt allmählich aus. Trotz anhaltender winterlicher Witterung zeigte sich im Februar eine leichte Entspannung: Die Arbeitslosigkeit ging zaghaft zurück, zugleich wurden mehr neue Stellen gemeldet als im Vormonat.

Für viele arbeitslose Menschen im Kreis Segeberg eröffnete sich im Februar eine neue berufliche Perspektive. Insgesamt nahmen 520 zuvor arbeitslose Personen eine Beschäftigung auf – 117 mehr als im Januar. Darüber hinaus begannen 474 Menschen eine Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahme. Das entspricht einem Anstieg um 148 Personen gegenüber dem Vormonat. 

„Der Arbeitsmarkt in unserer Region gewinnt wieder an Dynamik. Diese Entwicklung ist vor allem saisonal bedingt. Auch wenn der Winter noch nicht vollständig überwunden ist, zeichnet sich eine Trendwende ab“, erklärt Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Elmshorn. „Witterungsabhängige Branchen suchen bereits wieder Personal oder stellen freigestellte Mitarbeitende wieder ein. Wir verzeichnen weniger Entlassungen und mehr Einstellungen als im Januar. In den kommenden Wochen dürften sich die Beschäftigungschancen weiter verbessern.“

Gleichzeitig weist Michaela Bagger darauf hin, dass neben den positiven saisonalen Effekten die strukturellen Herausforderungen bestehen bleiben. Die angespannte konjunkturelle Lage, internationale Krisen sowie Fluchtmigration wirken weiterhin auf den Arbeitsmarkt ein. Hinzu kommen auch in unserer Region tiefgreifende Transformationsprozesse wie Digitalisierung, Dekarbonisierung und der fortschreitende Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. 

Im Februar 2026 waren im Kreis Segeberg 8.375 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 58 Personen beziehungsweise 0,7 Prozent weniger als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich ein Rückgang um 162 Personen oder 1,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert zum Vormonat bei 5,2 Prozent. Im Februar des Vorjahres hatte sie 5,3 Prozent betragen. 

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt insgesamt unter dem Niveau des Vorjahres, dennoch nahm die Zahl der gemeldeten Stellen im Februar spürbar zu. Derzeit sind 1.898 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet – 359 mehr als im Januar. Besonders stark vertreten sind Angebote im verarbeitenden Gewerbe, in der Verkehrs- und Logistikbranche, in der Gesundheitsbranche, im Handel und im Baugewerbe. Rund 80 Prozent der gemeldeten Stellen richten sich an Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Studienabschluss. Für mehr als die Hälfte der arbeitslosen Menschen im Kreis Segeberg kommt dieser Großteil der Stellen nicht infrage, da sie über keine abgeschlossene oder verwertbare Berufsausbildung verfügen.

Michaela Bagger betont: „Eine gezielte berufliche Qualifizierung erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Jobsuche erheblich. Qualifizierte Tätigkeiten sind zudem meist vielseitiger und besser vergütet. Auch für Erwachsene, die sich erst später für eine Ausbildung entscheiden, bestehen gute Einstiegsmöglichkeiten. Die Beratungsfachkräfte in Arbeitsagentur und Jobcenter informieren hierzu umfassend.“

Berufsausbildung bietet viele Möglichkeiten – nur nicht zu lange zögern!

Als Einstieg von der Schule in die Arbeitswelt eignet sich eine berufliche Ausbildung besonders gut, ist Michaela Bagger überzeugt: „Es muss nicht immer das Studium sein; eine gute Entscheidung für einen Berufsweg berücksichtigt vor allem die eigenen Interessen und Fertigkeiten. Eine betriebliche oder schulische Ausbildung ist eine hervorragende Wahl, wenn ein zügiger und praxisorientierter Einstieg ins Berufsleben im Vordergrund steht. Zudem bieten betriebliche Berufsausbildungen eine Ausbildungsvergütung und beste Entwicklungsperspektiven. In unserer Region gibt es dazu ein breites Spektrum an attraktiven Berufen.“ 

Bislang meldeten sich 722 Ausbildungsplatzsuchende für den Ausbildungsstart 2026 bei der Berufsberatung im Kreis Segeberg, dies sind 156 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Von den Betrieben wurden 724 Ausbildungsstellen gemeldet, dies sind zehn weniger als im Vorjahreszeitraum. Erfahrungsgemäß veröffentlichen Unternehmen auch in den kommenden Wochen noch weitere Ausbildungsangebote. 

Im Raum Norderstedt wurden davon 211 Ausbildungsplätze gemeldet, 62 weniger als im Vorjahreszeitraum. Mit 202 Ausbildungsinteressierten meldeten sich 12 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Michaela Bagger rät bei der Berufswahl nicht ängstlich zu sein oder lange zu zögern: „Der Ausbildungsberuf ist der Einstieg in ein Berufsleben, das später noch viele Entwicklungsmöglichkeiten bereithalten wird. Daher ist es sinnvoll neben dem Wunschberuf auch Alternativen zu verfolgen, denn diese führen oft genauso gut zum gewünschten Berufsziel.“ 

Viele besondere Aktionen zur Berufswahl starten im März 

Während der „Woche der Ausbildung“ vom 16. bis 20. März 2026 bietet die Agentur für Arbeit besondere Informationsangebote und Aktionen für Ausbildungssuchende, Eltern und Unternehmen. Zu den Aktionen gehören u.a. das Azubi-Dating „Strike! Your future“ mit regionalen Betrieben auf der Bowlingbahn in Norderstedt, das Azubi-Speeddating „Azubi-Connect“ in Bad Segeberg, Betriebsbesuche mit Jugendlichen in Kaltenkirchen, digitale Infoveranstaltungen zur Teilzeitausbildung oder die Übergabe von Ausbildungszertifikaten an besonders engagierte Betriebe. 

Bereits vom 02. bis 15. März 2026 informieren über 80 Großunternehmen und Branchenvertretungen im Rahmen der bundesweiten „digitalen Elternabende der BA“ (Bundesagentur für Arbeit) über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten. In den beiden Aktionswochen haben Jugendliche und ihre Eltern die Chance, jeweils von Montag bis Donnerstag zwischen 17:00 und 21:00 Uhr die vorgestellten Berufe und Ausbildungsangebote in einem kompakten Online-Format kennenzulernen. 

Eine Übersicht aller teilnehmenden Unternehmen sowie der Zugang zu den einzelnen Veranstaltungen sind auf der dafür eingerichteten Internetseite zu finden:

www.arbeitsagentur.de/k/digitale-elternabende#programm