Kreis Segeberg. Die sonst übliche Frühjahrsbelebung im Mai blieb dieses Jahr aus. Im Kreis Segeberg waren 8.260 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber April stieg die Zahl leicht um 89 Personen, im Vergleich zum Vorjahr waren 134 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert zum Vormonat bei 5,1 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr.
„Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin stabil. Für einen saisonalen Rückgang der Arbeitslosenzahl reicht es in diesem Mai jedoch nicht. Von der konjunkturellen Entwicklung kommen momentan kaum unterstützende Impulse“, erklärt Alexandra Nütten, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Elmshorn und ergänzt: „Die Zahl der Beschäftigten im Kreis Segeberg bleibt trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten auf einem erfreulich hohen Niveau.“
Eine positive Entwicklung gab es bei der Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Zahl der Menschen, die ein Jahr oder länger auf Jobsuche sind, ist zum vergleichbaren Vorjahresmonat um 291 Personen zurückgegangen. Weiterhin waren im Mai 2.425 Personen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet. Die Integration langzeitarbeitsloser Menschen bleibt eine besondere Herausforderung, da häufig weitere individuelle Erschwernisse in der Vermittlung bestehen.
Eine rückläufige Entwicklung zeigt sich auch bei den ausländischen Arbeitslosen. Im Mai waren 2.622 ausländische Menschen im Kreis Segeberg arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 205 Personen zum Vorjahreswert.
Auf der Stellenseite gab es positive Aspekte. So wurden im Mai 465 Arbeitsstellen neu gemeldet und damit 182 mehr als vor einem Jahr. Der Gesamtbestand mit 2.058 offenen Stellen ist leicht angewachsen und liegt wieder auf dem Niveau des Vorjahres. Besonders stark vertreten sind Angebote im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und Dienstleistungsgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.
„Viele Unternehmen agieren bei Neueinstellungen weiterhin zurückhaltend. Die Betriebe prüfen Personalentscheidungen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten sehr sorgfältig. Gleichzeitig besteht zukunftsorientiert ein hoher Bedarf an Fach- und Arbeitskräften in zahlreichen Bereichen. Der Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter vermittelt und berät zu Personalgewinnung, Personalentwicklung und Personalbindung“, so Alexandra Nütten.
Ausbildungsmarkt im Kreis Segeberg: Jetzt aktiv bleiben und Chancen nutzen
Der Ausbildungsmarkt in unserer Region bietet Jugendlichen und Unternehmen trotz der schwächelnden Konjunktur gute Chancen, zueinander zu finden. Viele Bewerbungsverfahren laufen, dennoch sind weiterhin Ausbildungsstellen für den Start im Herbst zu besetzen. Die Nachfrage nach betrieblicher Ausbildung nimmt bei Jugendlichen erkennbar zu. Jugendliche, Eltern und Betriebe sollten daher die kommenden Wochen weiterhin aktiv für die Ausbildungsplatzsuche und Nachwuchsgewinnung nutzen.
„Jetzt ist eine entscheidende Phase auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Unternehmen führen aktuell Vorstellungsgespräche, gleichzeitig gibt es noch zahlreiche offene Ausbildungsplätze in unterschiedlichen Branchen“, erklärt Alexandra Nütten. „Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte sich jetzt nicht entmutigen lassen, sondern aktiv bleiben und offen für Alternativen sein.“
Bislang meldeten sich 974 Ausbildungsplatzsuchende für den Ausbildungsstart 2026 bei der Berufsberatung im Kreis Segeberg. Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte Mai noch 488 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 861 Ausbildungsstellen gemeldet*. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im Mai noch 446 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Besonders in den Berufen des Einzelhandels, in der Lagerlogistik, im handwerklichen Bereich (z.B. Anlagenmechaniker/in, Kfz-Mechatroniker/in) und als (zahn-)medizinische Fachangestellte werden im Kreis Segeberg Nachwuchskräfte gesucht. Auch im kaufmännischen Bereich gibt es noch Angebote.
„Viele Betriebe treffen jetzt ihre finalen Entscheidungen, gleichzeitig entstehen durch Absagen oder geänderte Planungen wieder neue Chancen für Bewerberinnen und Bewerber. Erfahrungsgemäß entscheiden sich viele Jugendliche erst im späten Frühjahr oder sogar kurz vor Ausbildungsbeginn endgültig für eine Ausbildung“, so Alexandra Nütten.
Die Agentur für Arbeit Elmshorn empfiehlt Jugendlichen zum jetzigen Zeitpunkt:
- Bewerbungen weiterhin aktiv versenden
- Nicht nur auf den Wunschberuf fokussieren - auch alternative Berufe und Branchen in den Blick nehmen
- Praktika oder Probearbeitstage nutzen
- Unterstützung durch die Berufsberatung in Anspruch nehmen
- Online-Ausbildungsbörsen regelmäßig prüfen
Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Jugendliche und Eltern weiterhin mit persönlichen Beratungsgesprächen, Bewerbungstipps und Vermittlungsangeboten. Es lohnt sich auch außerhalb der Top-10-Ausbildungsplätze (siehe unten) in der Jobsuche der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de regelmäßig nach den aktuellen Angeboten zu schauen.
