Quickborn. Wenn es um die Planung, Entwicklung und Errichtung von hochkomplexen automatisierten Lagersystemen, Abfüllanlagen, Palettiersystemen und Fördersystemen geht, ist Quickborn die erste Adresse. Denn hier hat die SMB International GmbH ihren Sitz, 1973 als SMB GmbH (SMB steht für Sonder-Maschinen-Bau) gegründet. Rund 160 erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen aus Schleswig-Holstein heraus für Komplettlösungen aus einer Hand. Die in Deutschland gefertigten Anlagen kommen weltweit und in unterschiedlichen Branchen zum Einsatz, vom Lebensmitteleinzelhandel über den Maschinenbau bis hin zu Spezialchemie.
Aufgrund von drei durch die aktuelle Marktveränderung und durch Lieferengpässe unrentabel gewordenen Projekten ist die Gesellschaft in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Daraufhin hat die Geschäftsführung beim Amtsgericht Pinneberg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Bei dieser Verfahrensart bleibt das Management an Bord und verstärkt sich mit juristischer Expertise. Dafür hat die Gesellschaft zwei Sanierungsexperten der spezialisierten Hamburger Kanzlei Münzel & Böhm als Generalhandlungsbevollmächtigte berufen: Rechtsanwältin Katharina Hansen und Rechtsanwalt Dr. Matthias Wolgast, beide Partner der Kanzlei. Das Amtsgericht Pinneberg bestellte zudem Rechtsanwältin Jennie Best, Partnerin bei Reimer Rechtsanwälte, zur vorläufigen Sachwalterin. Sie vertritt die Interessen der Gläubiger und überwacht den ordnungsgemäßen Ablauf des Verfahrens.
In einer Mitarbeiterversammlung hat die Geschäftsführung die Belegschaft gemeinsam mit den Generalbevollmächtigten und der vorläufigen Sachwalterin über das beantragte Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter sind bis einschließlich September über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.
Positive Signale von Auftraggebern und finanzierenden Banken
Geschäftsführer Andreas Heckel, vor 25 Jahren ins damals neu gegründete Unternehmen eingestiegen, bleibt im Amt. Er ist weiterhin gemeinsam mit dem bisherigen Führungskreis Ansprechpartner im Unternehmen, insbesondere für die Auftraggeber der SMB International. Diese haben im Wesentlichen bereits signalisiert, dass sie weiterhin zu ihren bei der SMB International beauftragten Projekten stehen. Auch die finanzierenden Banken haben erste positive Signale für die Fortführung des Unternehmens gesendet.
„Wir verfügen über einen großen Auftragsbestand, die Projekte haben von der Planung bis zur fertigen Realisierung eine Laufzeit von mindestens zwei Jahren. Trotzdem spüren auch wir, dass sich die Marktsituation geändert hat und eigentlich fest geplante Investitionen von der Industrie verschoben werden“, sagt Maschinenbau-Ingenieur Andreas Heckel. Zukunftschancen erkennt er durchaus einige: „Die Voraussetzungen dafür, dass sich unsere wirtschaftliche Situation wieder festigt, sind klar vorhanden. Wir verfügen über einen industriellen Mix aus Intralogistik, Abfüllanlagen und Schiffsbeladung. SMB International arbeitet wie ein großes Orchester, alle Kolleginnen und Kollegen haben unterschiedlich spezialisierte Kenntnisse und arbeiten gleichzeitig vollständig aufeinander abgestimmt. Es ist gut zu spüren, wie engagiert die Belegschaft auch in dieser schwierigen Phase mitzieht.“
„Made in Germany“ für Spezialanlagen als starke Nische
Mit seinen über Jahrzehnte unter Beweis gestellten Fähigkeiten verfügt das Unternehmen über eine hervorragende Position im Sondermaschinenbau. „Bei Spezialanlagen bildet „Made in Germany“ weiterhin eine starke Nische“, so Heckel. Deshalb habe man die erwirtschafteten Gewinne immer in das Unternehmen reinvestiert, um SMB weiterzuentwickeln und zu internationalisieren. Die Kernmärkte Europa, Afrika und Asien seien weiterhin intakt.
Ziel des Verfahrens ist die nachhaltige Sanierung der SMB International. Ein Investorenprozess wird deshalb schon in dieser Woche gestartet, um das Unternehmen so zügig wie möglich wieder auf ein festes Fundament zu stellen.
