Kreis Segeberg. Nach der Belebung im Frühjahr folgt üblicherweise der Anstieg in den Sommerferien. Auch in diesem Jahr folgt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt diesem saisonalen Zyklus. Die Arbeitslosenzahl ist im Juli deutlich angestiegen. Sie liegt auch im Vergleich zum Vorjahr höher – da starteten die großen Ferien erst am Monatsende und damit nach dem statistischen Juli-Zähltag. 

Insgesamt meldeten sich im Juli 1.303 Personen aus einer Beschäftigung, einer Ausbildung oder nach einer Qualifizierung arbeitslos. Dies sind 374 Personen mehr als im Juni. 

Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Elmshorn, sieht drei Faktoren für die Arbeitsmarktentwicklung: „Junge Menschen beenden vor den Ferien die Schule, das Studium oder die Ausbildung und suchen einen Ausbildungsplatz oder einen Anschlussjob, was die Zahlen der jüngeren Arbeitslosen kurzzeitig ansteigen lässt. Daneben enden befristete oder gekündigte Arbeitsverträge häufig zur Jahreshälfte. Zudem verschieben Unternehmen neue Einstellungen häufig auf die Zeit nach den Sommerferien. In der Urlaubszeit sind die Personalabteilungen nicht so stark besetzt und es fehlt oft auch das Personal für die notwendige Einarbeitung.“ 

Einen überdurchschnittlichen Anstieg um 14,5 Prozent gab es im letzten Monat bei den jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre. Michaela Bagger ist optimistisch, dass viele der jungen Menschen nach den Ferien eine neue berufliche Perspektive haben. 

Im Juli waren 2.108 Arbeitsstellen aus dem Kreis Segeberg in der Jobsuche unter www.arbeitsagentur.de eingestellt. Damit waren drei Prozent weniger Stellen als vor einem Jahr gemeldet. 

Die meisten Stellenangebote im Kreis Pinneberg gab es in der Fertigung, in der Verkehrs- und Logistikbranche, im Gesundheitswesen und im Handel. Dabei sind vor allem Fachkräfte gefragt: In 80 Prozent der aktuellen Stellenausschreibungen werden Arbeitskräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Studienabschluss gesucht. 

Ausbildungsbeginn 2026: Jetzt zählt ein guter Start! 

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres starten viele junge Menschen in einen neuen Lebensabschnitt. Für sie beginnt nicht nur die berufliche Ausbildung, sondern häufig auch der Einstieg in eine neue, bislang fremde Arbeitswelt. Die Agentur für Arbeit appelliert deshalb an Auszubildende und Betriebe, den ersten Wochen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. 

„Die ersten Wochen einer Ausbildung sind entscheidend. In dieser Zeit lernen sich Auszubildende und Betriebe kennen, Abläufe müssen sich einspielen und beide Seiten entwickeln ihre gegenseitigen Erwartungen. Unsicherheiten oder Missverständnisse kommen vor. Wichtig ist dann, offen miteinander zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, anstatt das Ausbildungsverhältnis vorschnell zu beenden“, empfiehlt Michaela Bagger. 

Gerade in den ersten Monaten kommt es häufiger zu Vertragsauflösungen. Oft sind dafür nicht fachliche Gründe ausschlaggebend, sondern falsche Vorstellungen vom Berufsalltag, Unsicherheiten oder Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung. Dabei profitieren beide Seiten von einem erfolgreichen Ausbildungsverlauf: Die jungen Menschen schaffen die Grundlage für ihren beruflichen Weg und die Betriebe sichern sich dringend benötigte Fachkräfte.

Die Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater der Kammern sowie die Berufsberatung der Agentur für Arbeit stehen als Ansprechpartner in kritischen Situationen zur Verfügung und unterstützen dabei, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. 

Dabei bietet die Agentur für Arbeit mit der assistierten Ausbildung eine individuelle und kostenfreie Unterstützung an. Je nach Bedarf umfasst sie Zusatzunterricht sowie eine sozialpädagogische Begleitung. Auch Ausbildungsbetriebe können Beratung und Unterstützung im Ausbildungsalltag erhalten. 

„Niemand sollte eine Ausbildung abbrechen, weil es vorübergehend Schwierigkeiten gibt. Wer frühzeitig passende Unterstützungsangebote in Anspruch nimmt, verbessert die Chancen auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss erheblich“, erklärt Michaela Bagger und weiter: „Unsere Förderung wird individuell auf den Bedarf abgestimmt und kann bereits vor dem Ausbildungsstart ansetzen.“ 

Bislang meldeten sich 1.104 Ausbildungsplatzsuchende für den Ausbildungsstart 2026 bei der Berufsberatung im Kreis Segeberg (+89 gegenüber Vorjahresmonat). Von den gemeldeten Bewerbern waren Mitte Juli noch 402 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das sind 37 mehr als im Juli des Vorjahres.

Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 958 Ausbildungsstellen gemeldet (+30 gegenüber Vorjahresmonat). Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im Juli noch 385 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Das sind neun mehr als vor einem Jahr.

Im Raum Norderstedt wurden davon 304 Ausbildungsplätze gemeldet (-47 gegenüber Vorjahresmonat). Noch sind 143 unbesetzt – 15 mehr als vor einem Jahr. Es meldeten sich bislang 330 Bewerberinnen und Bewerber bei der Berufsberatung (+3 gegenüber Vorjahresmonat). Von ihnen waren im Juli noch 139 auf der Suche nach einer Ausbildungsmöglichkeit. Dies sind 13 mehr als im Juli 2025.

Für Jugendliche, die bislang noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben oder sich erst jetzt für eine Berufsausbildung entscheiden, ist der Einstieg weiterhin möglich. Viele Ausbildungsbetriebe besetzen freie Stellen noch bis in den Herbst hinein. Gute Chancen bestehen noch im Einzelhandel (insbesondere Lebensmittel), in handwerklichen Berufen (z.B. Anlagenmechaniker/in, Elektroniker/in, Fleischer/in), im Logistikbereich und als (zahn-)medizinische Fachangestellte. Auch einzelne kaufmännischen Ausbildungsplätze werden noch angeboten. 

Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte jetzt keine Zeit mehr verlieren. Die Agentur für Arbeit Elmshorn empfiehlt, die aktuellen Ausbildungsangebote regelmäßig zu sichten, sich möglichst direkt bei den Betrieben zu bewerben und dabei offen für verschiedene Berufe sowie einen größeren regionalen Umkreis zu sein. Flexibilität bei Berufswunsch und Arbeitsort erhöht die Erfolgsaussichten deutlich.

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt hier natürlich - Termine können unter 0800 – 4 5555 00 (gebührenfrei) oder über die Webseite www.mein-beruf.de vereinbart werden. Die Arbeitsagentur berät ganz nach Bedarf zu Ausbildung, Studium, Alternativen und Überbrückungsmöglichkeiten.

 

Aktuelle Daten im Kreis Segeberg

  • Die Arbeitslosenzahl ist zum Vormonat um 308 Personen auf 8.481 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 248 Personen höher. 
  • Die Arbeitslosenquote ist von 5,0 Prozent im Vormonat auf 5,2 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 5,1 Prozent betragen.
  • 98.431 Menschen waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Rückgang um 1.025 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat. (aktueller Datenstand 31.01.2026) 
  • Die Unternehmen gaben im letzten Monat 484 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind zehn weniger als im Vormonat und 55 mehr als im Juli 2025.
  • Insgesamt waren 2.108 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote (Bestand) gemeldet – zwei weniger als vor einem Monat und 62 weniger als vor einem Jahr.