Elmshorn. Angesichts zunehmend knapper Gewerbeflächen gewinnt die Revitalisierung von Industriestandorten für Städte und Gemeinden immer mehr an Bedeutung. Die Stadt Elmshorn liefert gemeinsam mit der BREMER Projektentwicklung GmbH und der Hagedorn Revital GmbH ein gelungenes Best-Practice-Beispiel: Aus dem ehemaligen 40.800 Quadratmeter großen Areal der Firma döllinghareico am Fuchsberger Damm im Norden der Stadt ist der moderne „Gewerbepark B HUB" entstanden.

Wie die WEP hat in einem Interview mit Angelika von Bargen, Wirtschaftsförderin bei der Stadt Elmshorn, und Lisa Popp, verantwortliche Projektentwicklerin bei BREMER, über das Revitalisierungsprojekt gesprochen. 

Das Projekt überzeugt durch seine bemerkenswert kurze Realisierungszeit. Nach dem Erwerb des Grundstücks von der Tönnies Gruppe im Januar 2023 erfolgte die Baugenehmigung bereits im Dezember 2023. Die Abbrucharbeiten starteten im Juli 2023, der Hochbau im Juni 2024. Bereits im März 2025 konnte die fertige Immobilie an den ersten Mieter übergeben werden. „Das war möglich, weil wir die Synergien aus beiden Investorenhäusern optimal genutzt haben und auch die Stadt Elmshorn mit uns an einem Strang gezogen hat", erklärt Lisa Popp, verantwortliche Projektentwicklerin bei BREMER.

Eigentümergesellschaft ist die „Projektgesellschaft Fuchsberger Damm mbH", deren Gesellschafter zu je 50 Prozent die Hagedorn Revital GmbH und die BREMER Projektentwicklung GmbH sind. Hagedorn ist Deutschlands führendes Abbruchunternehmen, BREMER einer der Marktführer im schlüsselfertigen Bauen mit Stahlbetonfertigteilen.

Nachhaltigkeit im Fokus

„Frei verfügbare Gewerbeflächen sind auch in Elmshorn zurzeit knapp. Umso erfreulicher ist es, dass sich ein Investorenkonsortium gefunden hat, um dieses Areal zu revitalisieren", betont Angelika von Bargen, Wirtschaftsförderin bei der Stadt Elmshorn. Der Fokus des Projekts liegt klar auf Nachhaltigkeit. Die Revitalisierung von Bestandsflächen schont Greenfield Gewerbeflächen – also Flächen, die noch nicht bebaut wurden.

Besonders hervorzuheben ist der nachhaltige Ansatz beim Rückbau: Die Hagedorn Unternehmensgruppe recycelte den angefallenen Bauschutt bereits auf der Baustelle und verwertete ihn zur Geländeauffüllung wieder. Die gesamte Immobilie soll nach dem Goldstandard (2023) der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zertifiziert werden.

Erfolgreiche Vernetzung aller Beteiligten

Eine besondere Herausforderung war die Berücksichtigung der Bedürfnisse verschiedenster Akteure: Natur- und Umweltschutz mit Nist- und Artenschutz, Baumerhaltung und Neubegrünung mussten ebenso beachtet werden wie der Schutz der Anwohner vor Lärm und Staubentwicklung. Zudem galt es, alle baurechtlichen Vorschriften und Regularien einzuhalten.

„Die Vernetzung der Parteien durch die Wirtschaftsförderung war entscheidend", erklärt Popp. Durch regelmäßigen Austausch vor Ort in Elmshorn und Abstimmungen während der Expo Real-Messe in München entstand eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die kurzen Abstimmungswege innerhalb der Elmshorner Bauverwaltung, bei der auch die Bauaufsichtsbehörde im Rathaus angesiedelt ist, sorgten für einen effizienten Genehmigungslauf.

Drei-d als erster Mieter

Das Elmshorner Unternehmen Drei-D Direktwerbung GmbH & Co. KG hat im ersten Bauabschnitt seinen neuen Standort gefunden. In der 7.500 Quadratmeter großen modernen Logistikhalle hat drei-d seine fünf bisherigen Betriebsstandorte in Elmshorn zusammengeführt und erhält ein individuell angepasstes Logistikzentrum nach modernstem Standard auf langfristiger Mietbasis. Die frei gewordenen bisherigen Standorte sind weitestgehend nachgenutzt – auch hier konnte die Wirtschaftsförderung unterstützen.

Noch Platz für weitere Unternehmen

Für ein bis zwei weitere Firmen ist noch Platz im Gewerbepark B HUB. Verfügbar sind noch zu errichtende 14.400 Quadratmeter Hallenfläche, aufgeteilt in zwei Hallenkörper plus Mezzaninefläche (Zwischengeschossfläche). Diese kann wahlweise zu Büroflächen ausgebaut oder als Lagermezzanine genutzt werden. Individuelle Wünsche potentieller Mieter können berücksichtigt werden.

„Wir sprechen unbedingt von einer gelungenen nachhaltigen und werthaltigen Revitalisierung", resümiert von Bargen. „Die Unternehmen achten aus eigener Motivation auf Nachhaltigkeitsthemen, das macht sie für Kunden, Lieferanten und Mitarbeitende interessant."horner Unternehmen drei-d hat dort seine fünf bisherigen Standorte zusammengelegt.

Für weitere Unternehmen stehen noch 14.400 Quadratmeter Hallenfläche zur Verfügung, aufgeteilt in zwei Hallenkörper mit flexibel nutzbaren Mezzanineflächen.