Ja, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist sinnvoll für die Verwaltung. Das ist das Fazit nach zwei Jahren Projekt KI@PI beim Kreis Pinneberg. Der volle Name des Projekts lautet „KI@PI - Erfolgreich steuern und entscheiden“. Im Kern ging es darum, mit Hilfe von KI und Machine Learning den künftigen Finanzbedarf für Sozialausgaben im Haushalt präzise vorauszusagen und Fehler in der Sachbearbeitung automatisch zu erkennen. Im Ergebnis können Zeit, Energie und auch Kosten gespart werden.
„Verwaltung geht als moderner Arbeitgeber innovativ voran – auch beim Einsatz digitaler Technik“, sagt Landrätin Elfi Heesch. „Es ist ein toller Erfolg dieses Projekts, dass wir in Zeiten enger Haushalte mit Künstlicher Intelligenz Einsparmöglichkeiten aufspüren.“
Das Ende des Projekts bedeutet gleichzeitig den Start ins Alltagsgeschäft. Die Kreisverwaltung will Künstliche Intelligenz auch künftig einsetzen, um die positiven Effekte der Technik weiterhin zu nutzen.
Der Kreis Pinneberg setzt bereits seit mehr als zehn Jahren auf Business Intelligence und hat somit früh begonnen, Daten zu erfassen und aufzubereiten. Diese Datenmengen sind die Grundlage dafür, dass Maschinelles Lernen zum Einsatz kommen kann. Seit 15 Jahren schon setzt der Kreis Pinneberg die Analyse von Daten innerhalb des Systems der Sozialplanung ein. Statistiken und Kennzahlen dienen seit vielen Jahren dazu, in einem partizipativen Prozess mit den Fokusgruppen Handlungsempfehlungen für die Politik aufzubereiten. Im Projekt KI@PI geht es jetzt darum, eine präzisere und damit bessere Haushaltsplanung zu ermöglichen sowie effizientere Prozesse innerhalb der Verwaltung zu schaffen. Das Land Schleswig-Holstein hatte 490.000 Euro in dieses Innovationsprojekt investiert – auch mit Blick darauf, dass andere Kreise von den Erfahrungen und Kenntnissen aus dem Kreis Pinneberg profitieren sollen.
Jetzt liegt das Ergebnis auf dem Tisch: unter anderem in Form eines KI-Tools namens „Dash“, einem zentralen Dashboard, das präzise Vorhersagen und klare Trends ausweist. Zum Beispiel in der Haushaltssteuerung. Früher flossen Daten aus verschiedenen Quellen nur langsam in isolierte Reports zusammen. Heute verschmelzen sie zu einem Gesamtbild – und schaffen schneller Klarheit. Eine weitere Anwendung erfolgte im Bereich Fehlerfinden. Die KI erkennt statistische Auffälligkeiten und Lücken. Die Verbesserung liegt auf der Hand: Früher sind Fehler bei Stichproben oder durch Zufall entdeckt worden. Jetzt können die Sachbearbeitenden Fehler sofort korrigieren, bevor Probleme entstehen. Im nächsten Schritt geht es darum, das entwickelte KI-Tool auch auf weitere Anwendungsfälle innerhalb der Verwaltung zu übertragen.
Das Projekt KI@PI hat der Kreis Pinneberg gemeinsam umgesetzt mit dem Unternehmen linkFISH Consulting sowie der Nordakademie.
