Kreis Pinneberg. Die Winterzeit machte sich im Dezember auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. So stieg die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Pinneberg um 115 auf 9.815 Personen. Doch der saisonale Ausschlag zum Jahresende blieb relativ verhalten. Die Arbeitslosenzahl liegt um 208 Personen unter dem Dezemberwert des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote bleibt zum Vormonat unverändert bei 5,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 5,5 Prozent betragen. 

„Saisonal nimmt der Arbeitsmarkt in den Wintermonaten nicht so viele Menschen in Beschäftigung auf. Viele Unternehmen sind im Dezember bei Personaleinstellungen zurückhaltend. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus einer Beschäftigung blieb fast unverändert zum Vormonat, jedoch gelang weniger zuvor Arbeitslosen die Arbeitsaufnahme“, erklärt Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Elmshorn. 

Im Kreis Pinneberg beendeten im Dezember 507 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung. Das waren 147 weniger als im November. 

Besonders positiv entwickelte sich die Arbeitslosigkeit der Menschen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit. Ihre Zahl ging innerhalb eines Jahres überdurchschnittlich um 6,7 Prozent zurück, während der Rückgang bei allen Arbeitslosen 2,1 Prozent betrug. Derzeit sind im Kreis Pinneberg 4.050 ausländische Arbeitslose registriert. 

Der Bedarf an Arbeitskräften bleibt in der Region auf einem hohen Niveau – besonders bei Fachkräften. Die Personalnachfrage lag im abgelaufenen Jahr mit rund 6.000 neu gemeldeten Arbeitsstellen etwa auf gleicher Höhe wie im Vorjahreszeitraum. Aktuell befinden sich 2.282 freie Stellen in der Jobbörse der Arbeitsagentur. Die meisten freien Stellen gibt es in den Branchen Logistik, Groß- und Einzelhandel, Verarbeitendes Gewerbe und Gesundheits- und Sozialwesen. 

Die Beschäftigtenzahl im Kreis ist im letzten Jahr weiter gewachsen. So erreichte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 98.334 Personen einen neuen Höchststand (aktuelle Datenlage 30.06.2025). Dies ist ein Anstieg um 1.578 Personen innerhalb eines Jahres. Die erfreuliche Entwicklung der Beschäftigten, macht deutlich, dass Arbeitgeber ihre Arbeitskräfte auch in dieser konjunkturellen Schwächephase halten wollen.

„Arbeitskräfte mit Qualifikation, gutem Potential und Leistungsfähigkeit möchten viele Unternehmen weiterhin langfristig an sich binden. Wenn dies aber wirtschaftlich nicht möglich ist und Arbeitslosigkeit eintritt, gestaltet sich die Jobsuche für die Betroffenen derzeit schwieriger“, sagt Michaela Bagger und führt aus: “Besonders im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe arbeiten weniger Personen. Eingestellt wurde hingegen im Gesundheits- und Erziehungswesen, in Verkehr und Logistik sowie im Dienstleistungsbereich und der öffentlichen Verwaltung. Diese Branchen beschäftigen jetzt mehr Menschen. Der Kreis Pinneberg bietet auch weiterhin gute Jobchancen.“