Kreis Segeberg. Der Arbeitsmarkt im Kreis Segeberg zeigte im April die typischen saisonalen Effekte des Frühjahrs: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen. Allerdings fiel diese Frühjahrsbelebung moderater als in Vorjahren aus. „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich saisonal positiv, aber es fehlt der übliche Schwung. Ein Grund liegt in den Osterferien, die in diesem Jahr in die erste Aprilhälfte fielen und viele Einstellungsprozesse verzögert haben. Hinzu kommen die weiterhin schwache konjunkturelle Entwicklung sowie anhaltende geopolitische Unsicherheiten, die sowohl Unternehmen als auch Arbeitsuchende spürbar beeinflussen. Betriebe agieren bei Neueinstellungen vorsichtig, Entscheidungen werden häufiger zurückgestellt. Umso wichtiger ist es, dass wir den Arbeitsmarkt aktiv unterstützen, Perspektiven schaffen und Unternehmen wie Arbeitsuchende eng begleiten“, erklärt Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Elmshorn.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich der Arbeitsmarkt dennoch leicht verbessert. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,1 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresmonat. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist weiter gewachsen.
Eine Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin vorhanden. Unternehmen meldeten neue Stellen zwar etwas zurückhaltender als im März, der Bestand an offenen Arbeitsstellen ist zum Vormonat jedoch gestiegen. Besonders stark vertreten sind Angebote im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und Dienstleistungsgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Rund 78 Prozent der gemeldeten Stellen richten sich an Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studienabschluss.
Mut zur Entscheidung: Mit Ausbildung erfolgreich in das Berufsleben starten! Michaela Bagger wirbt für Offenheit bei der Berufswahl. Es muss nicht immer das Studium sein, eine betriebliche oder schulische Ausbildung ist ebenso eine hervorragende Wahl. Neben den persönlichen Favoriten sollten Jugendliche auch Alternativen im Blick behalten, um ihre Chancen zu erhöhen. Ihre klare Botschaft: „Keine Angst vor der Entscheidung – der Ausbildungsberuf ist der Einstieg in ein Berufsleben, das später noch viele Entwicklungsmöglichkeiten bereithält!“ Bislang meldeten sich 887 Ausbildungsplatzsuchende für den Ausbildungsstart 2026 bei der Berufsberatung im Kreis Segeberg. Von den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern waren Mitte April noch 500 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 828 Ausbildungsstellen gemeldet*. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen waren im April noch 470 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.
Im Raum Norderstedt wurden davon 253 Ausbildungsplätze gemeldet, noch sind 168 unbesetzt. Es meldeten sich bislang 249 Bewerberinnen und Bewerber bei der Berufsberatung. Von ihnen waren im April noch 141 auf der Suche nach einer Ausbildungsmöglichkeit.
Besonders in den Berufen des Einzelhandels, in der Lagerlogistik, im handwerklichen Bereich (z.B. Kfz-Mechatroniker/in, Anlagenmechaniker/in) und als (zahn-)medizinische Fachangestellte werden im Kreis Segeberg Nachwuchskräfte gesucht. Auch im kaufmännischen Bereich gibt es noch Angebote. Es lohnt sich auch außerhalb der Top-10-Ausbildungsplätze in der Jobsuche der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de regelmäßig nach den aktuellen Angeboten zu schauen.
• Die Arbeitslosenzahl ist zum Vormonat um 116 Personen auf 8.171 Personen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 318 Personen niedriger. • Die Arbeitslosenquote blieb unverändert zum Vormonat bei 5,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 5,3 Prozent betragen. • 100.188 Menschen waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Anstieg um 446 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat. (aktueller Datenstand 30.10.2025) • Die Unternehmen gaben im letzten Monat 474 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 99 weniger als im Vormonat und 115 mehr als im April 2025. • Insgesamt waren 2.008 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote (Bestand) gemeldet – 75 mehr als vor einem Monat und 99 weniger als vor einem Jahr.
