Kiel/Kreis Segeberg. Unter dem Leitthema „Bauen und Wohnen“ trafen sich am Dienstag 94 Delegierte aus ganz Schleswig-Holstein zum CDU-Landesausschuss in der Kieler Halle 400. Aus dem Kreis Segeberg nahmen unter anderem der CDU-Kreisvorsitzende Ole Plambeck MdL, seine Stellvertreter Melanie Bernstein MdB und Sönke Siebke MdL, Patrick Pender MdL,  Kaltenkirchens Bürgermeister Stefan Bohlen, Glasaus CDU-Vorsitzender Bernhard Horstmann, der Honorarkonsul der Republik Finnland Bernd Jorkisch und der Kreisvorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) Uwe Voss an den Beratungen und Beschlussfassungen teil.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Leitantrag „Schleswig-Holstein baut Zukunft“, mit dem die CDU Schleswig-Holstein ein deutliches Signal für mehr Wohnungsbau, weniger Bürokratie und bezahlbares Wohnen setzt. Vorgestellt und begründet wurde der Antrag von Dr. Verena Herfort, Geschäftsführerin des BFW Landesverbandes Nord e. V., sowie Dr. Frederik Hogrefe, Leiter der zuständigen Arbeitsgruppe.

„Wohnen ist die große soziale Frage unserer Zeit. Wir brauchen dringend mehr bezahlbaren Wohnraum und müssen Bauen in Deutschland wieder einfacher machen“, betonte CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident Daniel Günther. Zu lange Planungsverfahren, steigende Kosten und immer neue Auflagen würden Investitionen und Wohnungsbau ausbremsen. Deshalb müsse der Wohnungsbau beschleunigt, Neubau und Sanierung erleichtert sowie den Kommunen mehr Gestaltungsspielraum eingeräumt werden.

Die CDU-geführte Landesregierung habe bereits wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht – von der Reform der Landesbauordnung über die Digitalisierung der Bauverwaltung bis hin zur Weiterentwicklung der Landesplanung und Städtebauförderung. Angesichts des weiterhin hohen Drucks auf dem Wohnungsmarkt gelte es nun, diesen Weg konsequent fortzusetzen.

Der Leitantrag sieht unter anderem vor, den sogenannten Wohnungsbau-Turbo konsequent zu nutzen, Umbau, Umnutzung und Aufstockung bestehender Gebäude zu erleichtern sowie serielles und modulares Bauen stärker zu fördern. Zudem soll die Bauleitplanung vereinfacht werden. Künftig soll statt Flächennutzungs- und Bebauungsplan nur noch ein Bauleitplan erforderlich sein. Auch die Landesplanung soll entschlackt und die Entwicklungsmöglichkeiten insbesondere kleinerer Gemeinden gestärkt werden.

„Vor Ort weiß man am besten, wo Wohnraum benötigt wird und entstehen kann. Deshalb brauchen unsere Kommunen mehr Spielräume und weniger kleinteilige Vorgaben“, erklärte Dr. Frederik Hogrefe.

Weitere Schwerpunkte des Antrags sind die Förderung von Wohneigentum und die soziale Wohnraumförderung. Familien sollen beim Erwerb der ersten selbst genutzten Immobilie stärker unterstützt werden. Gleichzeitig will die CDU die soziale Wohnraumförderung auf hohem Niveau fortführen und besondere Bedarfsgruppen wie Auszubildende, Studierende, Alleinerziehende sowie ältere Menschen stärker berücksichtigen.

Auch die Wärmewende im Gebäudesektor spielte eine wichtige Rolle. Nach Auffassung der CDU dürfen Klimaschutz und bezahlbares Wohnen kein Widerspruch sein. Gefordert werden deshalb bessere Förderbedingungen, Investitionen in Wärmenetze sowie schnellere Genehmigungsverfahren für klimaneutrale Bau- und Energiekonzepte.

Die Delegierten aus dem Kreis Segeberg unterstützten die Zielrichtung des Leitantrags. Dieser bildet einen wichtigen Baustein für das Wahlprogramm der CDU Schleswig-Holstein, das am 6. Februar 2027 auf dem Landesparteitag in Neumünster verabschiedet werden soll.

Foto: (vlnr.) Der CDU-Kreisvorsitzende Ole Plambeck MdL, der CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident Daniel Günther MdL, Glasaus CDU-Vorsitzender Bernhard Horstmann, Melanie Bernstein MdB, Sönke Siebke MdL, Kaltenkirchens Bürgermeister Stefan Bohlen und der Unternehmer und Honorarkonsul der Republik Finnland Bernd Jorkisch.