Aus Sicht der IHK Schleswig-Holstein gibt es beim aktuellen EEG‑Entwurf noch Verbesserungspotenzial. Es dominiert weiterhin die Anpassung vieler einzelner Regelungsbausteine. Die Komplexität steigt erneut. Dies stellt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor wachsende Herausforderungen. Die Anforderungen an Stromvermarktung, Risikomanagement und Projektfinanzierung nehmen deutlich zu. Während größere Unternehmen diese Aspekte häufig intern abbilden können, geraten kleinere Akteure zunehmend unter Druck. „Die Energiewende braucht ein Zusammenspiel vieler Akteure – nicht nur große Konzerne. Wer KMU und Bürgerenergie stärkt, sichert Akzeptanz, Innovation und regionale Wertschöpfung“, sagt Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein.
Entsprechend wichtig sind stabile und nachvollziehbare Rahmenbedingungen, die eine langfristige Planung und Finanzierung von EE-Projekten ermöglichen. Beim parallel viel diskutierten Netzpaket werden viele wichtige Punkte adressiert, die für einen effizienteren Netzausbau richtigerweise in den Blick genommen werden müssen. Dazu zählen etwa mehr Transparenz über freie Anschlusskapazitäten, die Digitalisierung von Netzanschlussverfahren sowie die effizientere Steuerung von Netzkapazitäten. Gleichzeitig sollten einzelne Maßnahmen hinsichtlich ihrer praktischen Auswirkungen sorgfältig bewertet werden. Dies gilt insbesondere für Regelungen in sogenannten kapazitätslimitierenden Gebieten. Hier können neue Vorgaben im Zusammenhang mit Abregelungen zu Unsicherheiten bei Investitionsvorhaben führen. Offene Fragen bestehen vor allem bezüglich der Datengrundlage von Abschaltungen.
Die IHK Schleswig-Holstein spricht sich dafür aus, im Rahmen des weiteren Gesetzgebungsverfahrens nachzubessern, damit die Energiewende durch eine Schwächung kleinerer Akteure und Bürgerenergie nicht ihre Basis verliert.
