Norderstedt. Energie, Fachkräfte, Digitalisierung – und zunehmend auch Wasser. Was lange als selbstverständlich galt, entwickelt sich angesichts des Klimawandels zu einem strategischen Standortfaktor für Unternehmen und Kommunen. Der aktuelle Norderstedter Zukunftsdialog im Wasserwerk Friedrichsgabe stellte deshalb die Zukunft der Trinkwasserversorgung in den Mittelpunkt. Strategische Wassernutzung ist nicht nur im Sommer relevant Die Hitzeperiode Ende Juni und Anfang Juli hat einmal mehr verdeutlicht, welche Bedeutung eine leistungsfähige und resiliente Wasserinfrastruktur für Wirtschaft und Gesellschaft besitzt. Während in vielen Regionen Deutschlands Wasserknappheit und Nutzungskonflikte zunehmen, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung über die Herausforderungen und Lösungsansätze einer nachhaltigen Wasserversorgung.

Den wissenschaftlichen Impuls lieferte Dr. Agnes Sachse vom Institut für Geowissenschaften der Uni Kiel. Sie machte deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels längst in der Wasserwirtschaft angekommen sind. Längere Trockenphasen, veränderte Grundwasserneubildung und konkurrierende Nutzungsansprüche erhöhen den Druck auf die Ressource Wasser. Im Anschluss diskutierten unter der Moderation von Christopher Scheffelmeier (NDR) u.a. Ina Reinders (CSR Verantwortung Blume 2000), Mario Helterhoff (Fachbereichsleiter Planung Stadt Norderstedt) sowie Vertreter der Stadtwerke Norderstedt und der Entwicklungsgesellschaft Norderstedt (EGNO) über die Auswirkungen des Klimawandels auf die regionale Standortentwicklung.

Sichere Trinkwasserversorgung für alle durch die Stadtwerke Norderstedt Im Mittelpunkt standen Fragen, die Unternehmen künftig stärker beschäftigen werden: Wie lassen sich Versorgungssicherheit, nachhaltiges Wachstum und Ressourcenschutz miteinander verbinden? Welche Investitionen sind notwendig, um Wasserinfrastrukturen an den Klimawandel anzupassen? Und welche Rolle spielen Kommunen und Unternehmen bei einem verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser?

Die Stadtwerke Norderstedt konnten dabei eine positive Bilanz ziehen. Drei Wasserwerke mit insgesamt 16 Brunnen versorgen täglich rund 85.500 Einwohnerinnen und Einwohner sowie etwa 27.000 Einpendler. Mit einer jährlichen Fördermenge von rund 4,5 Millionen Kubikmetern Grundwasser werden die bestehenden Wasserrechte selbst in Trockenjahren derzeit lediglich zu rund 58 Prozent ausgeschöpft. Moderne Anlagen, hohe technische Standards und ein umfassendes Risikomanagement gewährleisten eine langfristig sichere Versorgung.

Versorgungssicherheit erfordert Innovationen Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Wasserwirtschaft bundesweit vor tiefgreifenden Veränderungen steht. Klimawandel, steigende Qualitätsanforderungen, konkurrierende Flächennutzungen sowie Belastungen der Grundwasserressourcen durch Nitrat und Spurenstoffe erhöhen den Investitionsbedarf erheblich. Hinzu kommen neue Konzepte wie Regenwassernutzung, Grauwasser-Recycling, Wasserwiederverwendung und der Ausbau leistungsfähiger Transport- und Speichersysteme. Für die Teilnehmenden wurde deutlich: Versorgungssicherheit entwickelt sich zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor für Wirtschaftsstandorte. Regionen mit einer leistungsfähigen, klimaresilienten Infrastruktur schaffen Planungssicherheit für Unternehmen, stärken ihre Attraktivität für Investitionen und erhöhen ihre Zukunftsfähigkeit.

Mit dem Norderstedter Zukunftsdialog setzen Stadtwerke Norderstedt und EGNO den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und kommunalen Akteuren fort und greifen zentrale Zukunftsthemen auf, die die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig prägen werden.