Neumünster. In würdigem Rahmen hat die Elektro-Innung Neumünster am Freitag, dem 23. Januar, zehn Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss ihrer dreieinhalbjährigen Lehrzeit feierlich in den Gesellenstand erhoben

Die Freisprechung fand im Restaurant Käthe-Ring in der Domagkstraße statt und bildete den festlichen Abschluss einer anspruchsvollen Ausbildungszeit. Obermeister Stefan Schallert sprach die jungen Handwerker von ihren Lehrpflichten frei und beglückwünschte die neuen Gesellen zu ihrem Erfolg. Alle Absolventen haben ihre Ausbildung als Elektrotechniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik erfolgreich abgeschlossen. In seiner Ansprache betonte Schallert, dass mit dem Erhalt des Gesellenbriefes ein bedeutender Meilenstein erreicht sei. Zugleich machte er deutlich, dass nun ein neuer Abschnitt beginne: „Sie haben die Grundkenntnisse der Elektrotechnik erworben. Mit Ihrem Gesellenbrief stehen Sie jetzt mit beiden Beinen im Berufsleben – doch nun eröffnet sich erst das weite Spektrum der Elektrotechnik.“ 

Die Entwicklung ist rasant  Besonderen Wert legte der Obermeister auf die Verantwortung gegenüber den Kunden. Diese erwarteten nicht nur handwerkliche Präzision, sondern auch fachkundige Beratung sowie den sicheren Umgang mit neuesten Technologien. Der Beruf des Elektrotechnikers gehöre zu den innovativsten im Handwerk und biete hervorragende Zukunftsperspektiven. Schallert verwies auf vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten: vom Meister- und Technikerabschluss bis hin zu akademischen Qualifikationen wie Bachelor oder Master in Elektrotechnik. Angesichts des rasanten technischen Fortschritts mahnte er zur lebenslangen Weiterbildung und zur Bereitschaft, stets „am Ball zu bleiben“. 

Auch Jürgen Ahrens, Fachlehrer an der Walter-Lehmkuhl-Schule, richtete anerkennende Worte an die neuen Gesellen. Er lobte ihr Engagement, ihr Durchhaltevermögen und ihre Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Dieser Erfolg ist nicht selbstverständlich“, betonte Ahrens. 

Kaum Deutschkenntnisse, trotzdem verkürzt  Ein besonderes Beispiel für Zielstrebigkeit und Integrationsleistung bot der 21-jährige Volodymyr Ornovytzkyi. Der junge Mann kam aus der Ukraine nach Neumünster und bewarb sich bereits drei Monate nach seiner Ankunft um einen Ausbildungsplatz, trotz kaum vorhandener Deutschkenntnisse. In seiner Heimat war er bereits Student der Elektroenergie und fühlte sich dem Beruf daher eng verbunden. „Meine Mama hat gesagt, ich soll eine Ausbildung machen, also habe ich mich darum gekümmert“, erklärte Volodymyr Ornovytzkyi. Mit großem Ehrgeiz eignete er sich nicht nur die deutsche Sprache an, sondern verkürzte seine Ausbildung von dreieinhalb auf drei Jahre. 

"Mir hat die Ausbildung sehr viel Spaß gemacht. Ich mag das Handwerk und arbeite lieber praktisch als im Büro“, sagte Volodymyr Ornovytzkyi rückblickend. Ausgebildet wurde er im Betrieb Bernd Ickert Elektroanlagen in Neumünster. Ausbilder und Geschäftsführer Michel Ickert zeigte sich außerordentlich stolz auf seinen Gesellen: „Seine Leistung ist wirklich besonders. Trotz anfänglich großer sprachlicher Hürden hat er sich in kürzester Zeit sowohl fachlich als auch sprachlich hervorragend entwickelt.“ 

Foto: Die neuen Gesellen der Elektrotechnik und ihre Ausbilder sowie Obermeister Stefan Schallert (rechts) feiern den Abschluss der Lehrzeit.