Kreis Pinneberg. Am 21. April hatte die WEP mit ihrem Arbeitskreis der Wirtschaftsförderer zum „Forum Innenstadtentwicklung Kreis Pinneberg“ ins Elmshorner Dienstleistungszentrum eingeladen. Zu Gast waren kommunale Mitarbeitende aus Citymanagement, Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Stadtplanung und Verwaltung. Als Expertin hatte die WEP Tanja Nagelsmeier, Koordinatorin für Innenstadt, Immobilien- und Flächenentwicklung bei der BIG-BAU Projekt- und Stadtentwicklung, gewonnen, die einen anschaulichen Vortrag mit dem Titel „Vor der Welle: Was braucht die Innenstadt?“ hielt.

„Innenstadtentwicklung ist zwar nicht Aufgabe einer Kreiswirtschaftsförderung, aber wir als WEP wollen ja, dass der Kreis Pinneberg ein starker Wirtschaftsstandort zum Leben, Arbeiten und Wohnen ist. Das funktioniert nur mit attraktiven Innenstädten. Und dafür müssen Schwerpunkte neu gesetzt werden“, begründet WEP Marketingleiterin Susanne Heyn das Engagement der WEP.

Innenstädte vor Herausforderungen

Nagelsmeier skizzierte die größten Herausforderungen für die Innenstädte und nannte beispielhaft wirtschaftliche Zäsuren, wie Insolvenzen und Geschäftsschließungen, Online-Handel als Dauertrend mit Folgen, wie Leerstände, Verkaufsflächenrückgänge und Ausdünnung der Handelsvielfalt, aber auch gesellschaftliche Veränderungen mit flexiblen Arbeitsweisen, Freizeitorientierung, Kaufzurückhaltung oder der Mobilitätswende und den Klimawandel als Ursache für veränderte Ansprüche an die Innenstädte.

Dennoch zieht es die Menschen auch weiterhin in die Innenstädte. Einkaufen und Bummeln bleibt Besuchsmotiv Nr. 1. Gastronomie wird als Zugmagnet aber immer wichtiger, vor allem für die Jüngeren. Im Ideal bieten zukunftsfähige Innenstädte einen Mix aus Einzelhandel, Gastronomie, Kultur, Arbeiten und Wohnen.

Innenstadtprogramme auch im Kreis genutzt

Ein wichtiger Punkt an diesem Vormittag war die Information über Ergebnisse und Schlussfolgerungen zu den Innenstadtprogrammen von Land (2021 - 2024) und Bund (2022 - 2025), für die die BIG BAU als Koordinatorin fungierte. Nagelsmeier zeigte dazu Beispiele von erfolgreichen Projekten in verschiedenen schleswig-holsteinischen Städten und betonte, dass Innenstadtentwicklung Zeit, Verstetigung und eine gesicherte Finanzierung brauche. Auch sei es wichtig, einen verantwortlichen Kümmerer zu bestimmen, eine klare Strategie für die Innenstadtnutzung zu entwickeln und feste Allianzen für die Umsetzung zu schmieden. Unter den Beispielen aus dem Kreis Pinneberg waren die Innenstadtmaßnahmen der Städte Elmshorn, Pinneberg, Quickborn, Rellingen und Uetersen.

Neben den Innenstadtprogrammen stellte Nagelsmeier auch den Baulandfonds Schleswig-Holstein vor, der noch bis Ende 2027 läuft. Er ist für die Finanzierung der Innenstadtbelebung ebenfalls wichtig ist, weil zu den Handlungsfeldern auch baulich-investive Maßnahmen zählen.

Aus der Praxis: Bericht vom Stadtmanagement Itzehoe

Zusätzlich zu den Ausführungen Nagelsmeiers berichtete aus dem Kreis Steinburg der Geschäftsführer des Stadtmanagements Itzehoe, Lars Büttner, von den Innenstadtmaßnahmen der Kreisstadt gegen den Leerstand. Über die Förderprogramme habe man einen Kümmerer eingestellt - aufgrund des Erfolgs jetzt auch unabhängig von Förderung. Der Kümmerer sei ein erfahrener Vertriebler, der unter anderem zum Thema Leerstand konsequent an die Vermieter der innerstädtischen Immobilien herantrete. Das zeige Erfolg. Der Leerstand in Itzehoe konnte stark reduziert werden.

WEP zieht positive Bilanz

Von der Veranstaltung hat die WEP eine positive Bilanz mitgenommen. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Deshalb überlegen wir uns nun im Arbeitskreis der Wirtschaftsförderer, wie wir uns zu dem Thema Innenstadt weiterhin austauschen können und ob wir dieses Veranstaltungsformat weiterführen sollten,“ kommentiert Susanne Heyn das zweite Innenstadtforum.

Foto: Lars Büttner, Geschäftsführer der Stadtmanagement GmbH Itzehoe, Tanja Nagelsmeier,Koordinatorin für Innenstadt, Immobilien- und Flächenentwicklung bei der BIG-BAU Projekt- und Stadtentwicklung, und Susanne Heyn von der WEP