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SWN präsentiert erneut erfolgreiches Geschäftsjahr


Neumünster (swn). Erneut hat das kommunale Unternehmen SWN Stadtwerke Neumünster einen positiven Jahresabschluss präsentiert. „SWN fährt trotz des zweiten Pandemiejahres in stabilem ökonomischem Fahrwasser“, berichtet SWN-Geschäftsführer Michael Böddeker. Durch Sondereffekte hat sich das Ergebnis gegenüber der Planung weiter verbessert: Mit einem Plus von 14,5 Millionen Euro ist es das beste seit zehn Jahren (2020: 4 Millionen Euro) in der SWN Stadtwerke Neumünster Beteiligungen GmbH. Ursache hierfür ist unter anderem eine einmalige Auszahlung der Stadt für zu viel bezahlte Konzessionsabgaben. „SWN ist gesund und zukunftsfit – wir haben den Willen zum Wandel bewiesen und stärken weiterhin unsere eigene Leistungsfähigkeit“, erklärt Michael Böddeker und ergänzt: „Durch das erneut positive Jahresergebnis konnten wir unsere Eigenkapital-Quote signifikant verbessern. Dass wir so stabil dastehen, ist zudem der Verdienst unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gemeinsam konnten wir trotz der Wellen der Pandemie und der Schwankungen auf dem Energiemarkt das Unternehmen sicher manövrieren.“ Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung bestätigten die Jahresabschlüsse und entlasteten die Geschäftsführung.

Die Stadt Neumünster hatte SWN im Berichtsjahr Gestattungsentgelte zurückbe-zahlt, die dem Konzern seit 2010 zu viel in Rechnung gestellt worden waren. Diesen Missstand hatte ein gemeinsam erstelltes Gutachten festgestellt. Gestattungsent-gelte werden erhoben für die Erlaubnis, dass ein Energieversorgungsunternehmen öffentliche Flächen für das Leitungsnetz verwenden darf. Insgesamt handelte es sich bei der Rückerstattung um eine Summe von 16 Millionen Euro. „Davon werden wir auch, erstmalig seit 2017, wieder eine Ausschüttung in Höhe von zwei Millio-nen an die Stadt vornehmen“, zeigt Böddeker auf. Des Weiteren muss SWN die städtische Einzahlung voll versteuern.


SWN investierte 2021 kräftig in Infrastruktur

Für 2021 hatte SWN ursprünglich ein eher kleines Ergebnis von 1,5 Millionen Euro geplant, da eine große Revision der Technischen Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) anstand. Michael Böddeker führt aus: „Die Coronakrise und der Angriffs-krieg auf die Ukraine haben uns in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, wie volatil die Wirtschaft und insbesondere der Energiemarkt sind. Den sich hieraus ergeben-den Risiken haben wir durch die Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen. Das wirkt sich negativ auf das Ergebnis aus.“ Der Bilanzgewinn wird zur Stärkung des Eigenkapitals verwendet, um so auch zukünftig Wachstum zu gewährleisten.
Rund 29 Millionen Euro investierte der Konzern in die Versorgungssicherheit für und in Neumünster. Diese Investitionen betrafen vor allem die Geschäftsfelder Glasfaser-, Fernwärme- und Wassernetz sowie die anstehende Umstellung der Kohlekessel auf Gas. Die Eigenkapitalquote stieg 2021 von 28,5 Prozent auf 30 Prozent. Sie liegt damit deutlich über dem Vorkrisenniveau (2016: 27,1 Prozent). Insgesamt musste weniger Fremdkapital aufgenommen werden und die Verschuldung des SWN-Konzerns konnte reduziert werden.



SWN Stadtwerke Neumünster GmbH: gesund und stabil
„Das zweite Coronajahr nutzten wir als Chance und haben in 2021 die Digitalisierung des Unternehmens vorangebracht und interne Prozesse weiter optimiert. Ganz wesentlich dabei waren der Zusammenhalt und der Wille unserer Mitarbeitenden, die Zukunft von SWN über neue Wege mitzugestalten“, lobt Michael Böddeker sein Team. Langfristig ertragreiche Geschäftsfelder bauten die Stadtwerke weiter aus: „Insbesondere die neuen Geschäftsfelder E-Mobilität und Telekommunikation haben eine relevante Größe und Wichtigkeit erreicht. Wir setzen dabei auf starke Partner, denn Wachstum braucht auch genügend personelle und finanzielle Ressourcen sowie gebündeltes Know-how“, erklärt Michael Böddeker. Auch habe der Krieg mitten in Europa gezeigt, wie wichtig und richtig die Energiewende ist. Der SWN-Geschäftsführer erläutert: „Durch sie werden wir unabhängiger von Energieimporten.“


SWN Stadtwerke Neumünster GmbH: Glasfaser, Energie, Technischer Service

Die Geschäftsfelder Energievertrieb und Energiebeschaffung konnten die Stadt-werke nach Plan abschließen. Im Bereich der Telekommunikation hatte SWN zum Jahresende 2021 insgesamt gut 70.000 Kunden unter Vertrag; über 12.000 mehr als im Vorjahr. 2021 wurde das neue Telekommunikationsgesetz (TKG-Gesetz) verabschiedet und zum 1. Dezember 2021 wirksam. SWN setzte das Gesetz erfolgreich um. Im Bereich Wasser verzeichneten die Stadtwerke pandemiebedingt und durch die wachsende Abnahme der Industrie einen weiterhin hohen Wasserabsatz von 5,755 Millionen Kubikmetern in 2021 im Vergleich zu ebenfalls hohen 5,561 Millionen Kubikmetern in 2020. 2019 lag der Wert bei 5,194 Millionen Kubikmetern.
Die Thermische Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) lief in 2021 mit rund 7.500 Betriebsstunden. Eine längere und größere Revision sowie zwei größere Schäden führten zu einer geringeren Anzahl an Betriebsstunden im Vergleich zu 2020 mit 8.130 Betriebsstunden. Dennoch hielt SWN die Durchsatzmenge an Ersatzbrennstoffen auf dem gleichen Niveau wie 2020. Verbesserungen erzielte das Unternehmen unter anderem durch Veränderungen der Mengenströme der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) und der Zusammensetzung der Ersatzbrennstoffe.
Insgesamt schließen die Stadtwerke Neumünster GmbH das Geschäftsjahr 2021 mit einem Plus von 24,8 Millionen ab. Ohne Sondereffekte lägen die Stadtwerke etwa bei einem Ergebnis von rund 13 Millionen Euro (2020: 10,3 Millionen).



SWN Verkehr GmbH: Corona und steigende Kraftstoffpreise
Auch im zweiten Coronajahr lagen die Fahrgastzahlen mit 1,8 Millionen unter dem üblichen Niveau von rund 2,7 Millionen. Neben dem niedrigeren Fahrgastaufkommen wirkten sich auch die bereits in 2021 steigenden Kraftstoffpreise negativ auf das Ergebnis aus. Aufgrund von steigenden Personalkosten sowie den relativ kostenintensiven Kleinbussen und On-Demand-Angeboten wächst das Budget des Neumünsteraner ÖPNVs planmäßig. Ungeplante Mittel über das Finanzausgleichsgesetz (FAG) sowie Unterstützungen des Landes in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro konnten dies lediglich abfedern. Im Vergleich zum eingeplanten Ergebnis von -4,9 Millionen fiel der Verlust bei der SWN Verkehr GmbH mit -4,2 Millionen jedoch geringer aus.

SWN Bäder und Freizeit GmbH: Bad am Stadtwald
Seit 2021 dürfen sich die Neumünsteranerinnen und Neumünsteraner über die Waldbühne am Stadtwald freuen: Einem Biergarten mit Livemusik, den die Stadt-werke in Kooperation mit der Wittorfer Brauerei in Betrieb nahmen. Auch konnten die Räumlichkeiten für das Fitnessstudio pünktlich an den neuen Pächter übergeben werden. Das Bad am Stadtwald hatte im vergangenen Jahr 163.000 Besuche-rinnen und Besucher. Das sind 15,5 Prozent weniger als im Vorjahr (193.000). Vor der Corona-Pandemie lag die Zahl bei mehr als 400.000 Besucherinnen und Besuchern. Geplant war für die SWN Bäder und Freizeit GmbH ein Ergebnis von -3,9 Millionen Euro. Durch geringere Energie-, Personal- und Abwasserkosten sowie Fördergelder für Schwimmsportstätten konnte die Gesellschaft das Ergebnis auf -3,2 Millionen Euro verbessern.



SWN Entsorgung GmbH: Rückstellungen für anstehende Abdeckung
Die Deponie Wittorferfeld ist seit 2015 stillgelegt; der älteste Teil wird jetzt final abgedeckt. Für entstehende Kosten hat die SWN Entsorgung im Berichtsjahr eine Rückstellung von 2,1 Millionen Euro getätigt. 2021 weist sie deshalb in diesem Bereich ein Ergebnis von -1,53 Millionen Euro auf im Gegensatz zu den ursprünglich geplanten -128.000 Euro.



Ausblick auf 2022
Für das Geschäftsjahr 2022 plant der SWN-Konzern ein Jahresergebnis von rund 4,2 Millionen Euro; Sondereffekte wie 2021 sind nicht zu erwarten. „Wir liegen aktuell gut im Plan“, berichtet  Michael Böddeker und verkündet weitere wichtige Schritte für die Zukunftsgestaltung und Energiewende des Konzerns: „Im kommenden Jahr ist Schluss mit Kohle, dann gehen effiziente Erdgaskessel in Betrieb. Diese sparen jährlich rund 50.000 Tonnen CO2 ein.“ Damit kommen die Stadtwerke einem großen Ziel Neumünsters einen Schritt näher: Die Stadt will bis 2035 klima-neutral sein. „Als Stadtwerke sind wir ein Teilhaber und Mitträger dieser Mammutaufgabe. Wir setzen unser Know-how für die Wärmewende, die Verkehrswende, die Stromwende und den Ausbau des Glasfasernetzes ein. Mit unserem Geschäftsabschluss 2021 haben wir erneut belegt, dass wir uns professionell und schnell für die Anforderungen der Zukunft fit gemacht haben. Es sind gute Voraussetzungen, um das gemeinsame Ziel mit der Stadt zu erreichen“, zieht der SWN-Chef als Fazit.



Informationen zu SWN und den ausführlichen Geschäftsbericht gibt es unter: www.swn.net

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